Blaugenick-Sperlingspapagei

Blaugenick-Sperlingspapageien oder auch kurz Blaunacken genannt (manche sagen auch Himmelspapageien zu ihnen) sind die bei uns am häufigsten vertretenen Mitglieder der Sperlingspapagei-Familie. Sie erfreuen sich größter Beliebtheit, wahrscheinlich auch deswegen, da es sie in großer Farbvielfalt gibt, von blau über gelb und weiß bis hin zu gescheckt und pastell.

blau und geschecktBlaunacken in Blau und Kobaldschecke

Von Natur aus sind die Tiere grün, wobei die Hähne einen deutlicheren blauen Streifen im Genick bis hin zum Auge haben, blaue Flügelränder und blaues Bürzelgefieder.

BlaunackenFoto: Unten und oben rechts Hähne mit blauem Nackenband

Blaugenick-Sperlingspapageien gehören zu den eher lebhaften und auch recht aggressiven Vertretern der Sperlingspapageien-Familie. Sie stehen dabei so manchem Großpapagei in nichts nach und sind daher weniger mit Sittichen zu vergleichen, denen sie vielleicht von der Größe her mehr ähneln mögen, sondern eher mit z.B. Mohrenkopfpapageien. Wenn man mehr als ein Paar von ihnen in einer Voliere halten möchte, sollte diese schon sehr groß sein, so dass die Tiere sich gut aus dem Weg gehen können. Als Minimum empfehle ich die Madeira Double mit ca. 1,60 m Breite. Bei einer Schwarmhaltung empfielt es sich auch, zumindest drei Paare zu haben. Bei nur zwei Paaren konzentrieren sich die beiden Hähne meist zu sehr aufeinander und bekämpfen sich nahezu ständig. Ab drei Paaren kann sich die Situation entspannen. Es ist dann anzuraten, mehrere gleichwertige (gleich hohe) Sitzplätze anzubieten, die idealerweise einen Sichtschutz zum benachbarten Sitzplatz aufweisen. Es sollte aber immer die Möglichkeit bestehen, die Tiere zu trennen, wenn die Schwarmhaltung nicht gelingt.

TrennbrettchenFoto: Hier wurden durch ein Brettchen als Sichtschutz zwei „Fächer“ geschaffen

Wer keine ausreichend große Voliere hat, sollte Blaunacken paarweise halten. Manche Züchter handhaben es auch so, dass sie außerhalb der Zuchtzeit die Tiere nach Geschlecht getrennt halten, also nur Hennen in einer Voliere und in einer anderen die Hähne. Dies finde ich allerdings wenig artgerecht und empfehle daher die paarweise Haltung, oder eben, wenn genug Platz da ist, die Schwarmhaltung. Zudem kann es auch bei der nach Geschlechtern getrennten Haltung zu Aggressionen kommen, sobald die Tiere in Brutstimmung kommen.

Während der Brutzeit können Blaugenick-Sperlingspapageien, wie alle anderen Sperlingspapageien auch, nur paarweise gehalten werden, eine Koloniebrut ist unmöglich und würde zu Mord und Totschlag führen.

süßesperlis4Foto: Blaunacken außerhalb der Brutzeit in Schwarmhaltung

Für eine Privathaltung empfielt sich die Haltung von einem Paar in einem Käfig ab 1 m Breite mit täglich mehrstündigem Freiflug. Blaugenick-Sperlingspapageien sind munter und verspielt, lebhaft und neugierig und werden eventuell auch zahm, wenn man sich ausgiebig mit ihnen abgibt. Nicht an den Menschen gewöhnte Tiere dagegen sind eher schreckhafte Vögel und manche bleiben dies auch zeitlebens.

Richtig gehalten sind Sperlingspapageien für eine Haustierhaltung gut geeignet. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Unterscheidung der Geschlechter

Blaugenick-Sperlingspapageien weisen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf, das heißt, man kann Hennen und Hähne äußerlich gut unterscheiden. Hier noch einmal zwei Fotos, die deutlich machen, an welchen äußeren Merkmalen man die Hähne erkennt:

Geschlechtsunterscheidung SperlingspapageiFoto: Mitte Henne, außen Hähne

Die blauen Abzeichen am Flügelrand, Bürzel und Nacken sind auf dem obigen Foto bei den beiden äußeren Tieren, im Unterschied zu der Henne in der Mitte, gut zu erkennen. Hier zwei Großaufnahmen von Hähnen:

Hahn BlauFoto: Hahn Blau

Hahn grün

Foto: Hahn Grün

Die Hennen haben diese blauen Abzeichen nicht oder wesentlich schwächer. Man sieht diese Geschlechtsunterscheidungen bereits bei den Jungvögeln im Nistkasten, wenn die ersten Federn durchbrechen. Die Geschlechtsunterscheidung von Sperlingspapageien, insbesonere Blaugenick-Sperlingspapageien ist daher nicht schwierig.