Unterbringung

Zur Unterbringung von Mohrenkopfpapageien kommt entweder eine große Zimmervoliere, ein Vogelzimmer oder eine Außenvoliere mit Schutzhaus in Betracht.

Mohrenkopfpapageien brauchen viel Platz, um sich richtig entfalten zu können. Sie brauchen Bewegung, um nicht aggressiv zu werden oder zu verkümmern. Dies bedeutet, dass ein Pärchen in einer Zimmervoliere von mindestens 2 m x 1 m x 2 m untergebracht werden sollte (LxBxH). Die Höhe ist nicht so wichtig, wenn die Voliere irgendwo draufsteht und somit erhöht ist, tut es auch eine Höhe von 1,50 m. Wichtig ist, dass der höchste Punkt der Voliere über den Köpfen der Menschen liegt. Dies gibt den Papageien Sicherheit. Auch sollten sie Versteck- oder Rückzugsmöglichkeiten in der Voliere haben. Die Voliere sollte mindestens mit einer Längsseite an einer Wand stehen, so dass man nicht um die Voli herumgehen kann. Auch dies bietet den Tieren Schutz. Zudem benötigen die Papageien regelmäßig ausgiebig Freiflug im Zimmer. Die oft genannte Mindestgröße für Volieren mit 0,5 x 1 m ist viel zu klein und nur empfehlenswert, wenn die Vögel wirklich rund um die Uhr Freiflug haben (Käfigtüre immer offen) und der Käfig nur zum Fressen und Schlafen benutzt wird. 

Wichtig ist, dass das Volierengitter aus Edelstahl besteht, da hier gewährleistet ist, dass die Vögel beim Nagen keine schädlichen Stoffe, die zu Vergiftungen führen können (z.B. Zink) aufnehmen.

Kletterplatz für Papageien

Foto: Ein Kletterplatz zum Spielen und Nagen ist Pflicht!

Eine schöne Alternative ist auch eine Außenvoliere, die dann mangels Freiflug natürlich um einiges größer sein sollte, mindestens 3 x 2 oder besser 4 x 2 m. Dazu gehört ein im Winter leicht geheiztes Schutzhaus, die Temperatur sollte darin nicht unter 10 – 12° C fallen.

Die Außenvoliere hat den Vorteil, dass die Vögel Sonnenlicht zur Verfügung haben. Da dies im Zimmer nicht der Fall ist und da auch Fensterglas keine UV-Strahlen durchlässt, ist dort unbedingt eine Vogellampe erforderlich. Außerdem muss für ausreichend Luftfeuchtigkeit, z.B. durch einen Luftbefeuchter, gesorgt werden (mindestens 60 %, besser 65 – 70 %). Nachmessen kann man die Luftfeuchtigkeit ganz einfach mit einem Hygrometer, den man für ein paar Euro z.B. im Baumarkt erwerben kann. Ideal zur Luftbefeuchtung sind Verdampfer, da hier durch die Erhitzung des Wassers Keime vernichtet werden. Bei Kaltluftbefeuchtern sind die Geräte entweder täglich zu reinigen und das Wasser zu erneuern, oder das Wasser ist mit einem Entkeimungsmittel auf Silberionenbasis (z.B. Micropur) zu versehen. Sonst besteht die Gefahr, dass durch ein Herumschleudern der Keime mehr geschadet wird als genutzt.

Eine weitere Alternative zur Haltung von Mohrenkopfpapageien ist das Vogelzimmer, wobei dies kein Raum sein sollte, der mit kostbaren Möbeln oder dergleichen ausgestattet ist, welche möglicherweise dem Nagetrieb der Papageien zum Opfer fallen würden.

Gefährdete Stellen können auch z.B. mit Aluschienen abgedeckt werden. Auf dem folgenden Foto sehen wir, wie innerhalb von kürzester Zeit das Volierenholz benagt wurde:

Tür, benagt

Als Abhilfe wurden ein paar Aststücke davor gebunden, die von da an zum Benagen genutzt wurden und von Zeit zu Zeit zu erneuern sind:

Aststücke als Holzschutz

Im Großen und Ganzen kann man es schaffen, den Nagetrieb der Vögel mit frischen Ästen zu befriedigen. Dennoch sollte man, wenn man viel Holz verbaut hat, ein Augenmerk darauf legen, wo die Vögel nagen. Manchmal finden sie Geschmack an Stellen, die besser nicht benagt werden sollten und die dann besonders geschützt werden müssen. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass ein Raum, in dem viel Holz verbaut ist, für Mohrenkopfpapageien eher ungeeignet ist. Allerdings können auch Tapete oder Verputz angefressen werden… Also man muss es im Auge behalten und muss eventuell als „Plan B“ eine Ganzmetallvoliere, wie oben beschrieben, in der Hinterhand haben, wenn die Vögel anfangen, das Vogelzimmer zu zerlegen.

Vogelzimmer

Foto: Geräumiges Vogelzimmer mit viel Holz

Wichtig ist auch, Kabel und elektrische Geräte für die Vogelschnäbel unzugänglich zu machen. Auf dem folgenden Foto sehen wir, wie einer Vogellampe ein Schutz aus Edelstahl-Volierendraht verpasst wurde:

Das Edelstahlgehäuse wurde an Wand und Tisch befestigt. Der Deckel ist mit Draht festgebunden, so dass die Birne ausgewechselt werden kann. Das nächste Foto zeigt die Verkleidung von Kabelkanälen durch handelsübliche Kabelabdeckungen aus dem Baumarkt. Auch hier muss jedoch ein Augenmerk darauf gelegt werden, ob die Vögel die Kunststoffabdeckungen in Ruhe lassen oder ob sie „auf den Geschmack kommen“.

Kabelabdeckungen

Bei mir sind die Kabelabdeckungen an einer unattraktiven Stelle in der Voliere, so dass es bisher noch keine Probleme gab. Aber wer weiß, auf was für Ideen sie noch kommen! 🙂

Zum Thema Edelstahl-Volierendraht ist noch festzustellen, dass der Volierendraht oder das Käfiggitter auf keinen Fall verzinkt sein darf, da die Tiere durch den Kontakt zu dem Gitter Zink aufnehmen und sich Vergiftungen zuziehen. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, dass Käfiggitter oder Volierendraht keinen Zink enthalten! Messing ist z.B. denkbar ungeeignet, da es als Metall-Legierung Zink enthält. Edelstahl ist hier eine gute Alternative.

Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Voliere leicht zu reinigen ist. Wichtig ist ein glatter, abwaschbarer Bodenbelag.

Boden

Was auf dem obigen Foto wie ein Holzfußboden aussieht, ist tatsächlich ein PVC-ähnlicher, abwaschbarer Boden mit Holzmuster, der in das Vogelzimmer eingepasst und eingelegt wurde. Wie man sieht, produzieren die Mohren im Laufe des Tages schon eine erhebliche Schweinerei durch Obst- und Gemüsereste (hier: roten Paprika), abgenagte Aststücke, Spelzen von Körnern, Federn und natürlich durch ihre Ausscheidungen. Um eine tägliche Reinigung kommt man aus hygienischen Gründen hier nicht herum. Freunde von penibel sauberen Wohnungen sollten eine Papageienhaltung gut überlegen, denn sie werden wahrscheinlich an den Rand der Verzweiflung kommen. „Ganz sauber“ ist man mit Papageien nie oder höchstens mal für kurze Zeit.

Sitzstangen

Auch dafür sind Naturäste wichtig, möglichst mit unterschiedlichen Durchmessern, damit die Papageienfüße unterschiedlich beansprucht werden und keine Sohlenballengeschwüre entstehen. Die „optimale Sitzstange“ (Lieblingsplatz) sollte so dick sein, dass sie mit den Füßen nicht ganz umfasst werden kann, da sich dann die Krallen besser abnutzen als bei zu dünnen Stangen. Generell gilt: Lieber ein bisschen dicker als sehr dünn. Sitzstangen sollten regelmäßig ausgewechselt werden.

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