Ernährung

Wie ernähre ich meine Mohrenkopfpapageien?

Die Ernährung sollte vielseitig sein und nicht nur aus einer Körnermischung bestehen. Als Zusatzfutter bieten sich viele Obstsorten und Gemüse an, in frischer oder in getrockneter Form. Auch Grünfutter kann den Speiseplan ergänzen. Regelmäßig sollten zudem frische Äste gereicht werden.

Video: Zwei Mohrenkopfpapageien beim Fressen von Körnerfutter

Speiseplan

Wie könnte nun also der tägliche Speisezettel für Mohrenkopfpapageien aussehen?

Zum Beispiel:

Morgens eine gemischte Platte mit verschiedenen Obstsorten (Apfelstückchen, Bananenstückchen, halbierte Weintrauben).

Nachmittags Körnerfutter oder (wenn keine Figurprobleme bestehen) einige Nüsse.

oder

Morgens eine gemischte Platte mit verschiedenen Gemüsen (Paprika, Fenchel, Karotte)

Nachmittags Kolbenhirse

oder

Morgens Salat (Gurke, Tomate, Löwenzahn, Petersilie)

Nachmittags Kochfutter.

oder

Morgens Keimfutter

Nachmittags frische Grasrispen und Körnerfutter.

oder

Morgens einen Ast mit Ebereschenbeeren, Johannisbeeren o.ä.

Nachmittags Johannisbrotschoten und Körnerfutter.

oder

Morgens frischen Kolbenmais

Nachmittagseinen Darrikolben und etwas Trockenobst.

Foto: Mais ist bei Mohrenkopfpapageien äußerst beliebt!

Die obigen Fütterungsvorschläge können natürlich beliebig umkombiniert werden. Ich finde die zweimal tägliche Fütterung mit verschiedenen Futterkomponenten ganz ideal.

Ein weiterer Bestandteil des täglichen Speiseplans könnte auch das sogenannte Papageienmenü, auch genannt Mike’s Mash oder Maische, darstellen. Dazu werden verschiedene Hülsenfrüchte und Kartoffeln gekocht, dazu kommen dann verschiedene kleingeschnittene Obst- und Gemüsesorten roh (Zucchini, Mango, Papaya, Orange, Tomate, Apfel, Banane, Trauben und einiges mehr). Es ist also eine Kombination zwischen Kochfutter und Frischfutter. Man stellt es üblicherweise in größeren Mengen her und friert es in kleinen Tagesportionen ein. Das vollständige Rezept findet man bereits mehrfach im Internet, zum Beispiel hier.

Was meine auch gerne essen ist geriebenes Obst und Gemüse (wobei ich es nicht reibe, sondern im Thermomix schreddere). Hierzu verwende ich z.B. eine Karotte, eine Birne (was meine normalerweise nicht essen), eine kleine Zucchini, etwas Basilikum und etwas frisch ausgepressten Orangensaft. Oder Radieschen, eine kleine rote Bete, einen kleinen Apfel und etwas Petersilie. Oder eine Karotte, etwas Sellerieknolle, eine Paprika und etwas Brokkoli. Der Phantasie sind im Grunde keine Grenzen gesetzt.

Salat aus dem Mixer

Foto: Salat aus dem Mixer

Ich gebe gerne dieses oben beschriebene Papageienmenü oder den danach beschriebenen „Salat“ aus geriebenem Obst und Gemüse am Vormittag und nachmittags dann eine Körner- oder Nussmischung.

So kann man seine Langflügelpapageien ausgewogen und gesund ernähren, ohne dass man auf langweilige und künstliche Extrudate oder Pellets zurückgreifen muss.

Was tun bei mäkeligen Fressern?

Ein Problem ist, dass manche Mohrenkopfpapageien, je nachdem, wie abwechslungsreich sie von Klein auf ernährt worden sind, oder eben nicht, manche Speisen nicht annehmen. Nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.Hier sollte man nicht nachlassen und den neuen Nahrungsbestandteil immer wieder auf den Speisezettel setzen. Steter Tropfen höhlt den Stein, eines Tages werden sie davon probieren und vielleicht Geschmack daran finden.

Eine Möglichkeit ist auch, das neue Futter spielerisch anzubieten, z.B. Feigenstücke an einen Ast aufgespiest, Kolbenhirse ans Volierengitter gebunden (siehe weiter unten) oder Getreidesprossen in einem Threadspielzeug verborgen, wie wir es schön im folgenden Videofilm beobachten können:

Die beiden hatten, bis zu diesem Tag, angebotene Weizensprossen noch niemals beachtet. Dadurch, dass sie im heißgeliebten „Kong“ angeboten wurden, waren sie anscheinend plötzlich interessant geworden und wurden nicht nur herausgezupft, sondern auch  ausgiebig probiert! Schön zu sehen ist in diesem Videofilm auch, dass, was einer vormacht, der andere unbedingt auch probiert haben muss! Das ist ganz typisch für Mohren, aber auch für viele andere Papageien!

Welches Frischfutter?

Obstsorten, die angeboten werden dürfen:

Äpfel, Birnen, Mangos (ohne Stein), Erdbeeren, Pfirsich (ohne Stein), Aprikose (ohne Stein), Kirsche (ohne Stein), Beerenobst, Papaya (mit Kernen), Orange, Mandarine, Kiwi, Banane, Trauben, Feigen, Datteln (ohne Stein), Melone, Ananas. Alles auch als Trockenobst.

Gemüsesorten, die angeboten werden dürfen:

Gurke, Zucchini, Tomate (grüne Stellen wegschneiden), Paprika, Radieschen, Rettich, Peperoni, Fenchel, Rote Beete, Karotten, Brokkoli, Blumenkohl, Sellerie, Mais, Erbsen, grüne Salate. Gekocht: Bohnenkerne, Süßkartoffeln, Kartoffeln. Gekochtes Futter sollte nicht in großen Mengen und auf keinen Fall ausschließlich gefüttert werden, da es für die Vögel unphysiologisch ist.

Eberesche1 Ebereschen

Zusatzfutter aus der Natur: Hier Ebereschen

Zusatzfutter aus der Natur: Äste von Obstbäumen, Nussbäumen, Holunder, Weide, Nordmanntanne. Beeren von Eberesche, Hagebutten, Weißdorn. Blütenstände (Rispen) von Gräsern. Löwenzahn. Bitte beim Sammeln auf Sauberkeit achten und nicht an stark befahrenen Straßen sammeln. Keine gespritzten Pflanzen verfüttern!

Mohren am Holunderholz

Foto: Die Rinde vom Holunderzweig dient sowohl der Ernährung als auch der Beschäftigung

Nicht füttern:

Nicht gegeben werden sollte Avocado (giftig für die Vögel) und Erdnüsse oder Zirbelnüsse mit Schalen, da diese oft mit Pilzen belastet sind (Mykotoxine).

Wie füttern?

Die wildlebenden Papageien sind einen Großteil des Tages damit beschäftigt, ihr Futter zu suchen und zu fressen. Daher sollte man seinen Papageien zu Hause das Futter auch nicht unbedingt jedes mal so anbieten, dass sie es nur noch aufnehmen müssen. Beerenobst oder Ebereschen zum Beispiel dürfen gerne noch am Zweig angeboten werden, so dass die Beerchen erst abgesammelt werden müssen und danach Zweige und Blätter benagt werden können. Auch andere Obstsorten kann man an Zweige und Aststücke aufspießen. Körnerfutter kann gerne mal über eine größere Fläche verstreut werden. Gelbe Rüben kann man auch mal „am Stück“ anbieten, so dass die Papageien sie selber schreddern müssen. Maiskolben, Grasrispen usw. bieten Beschäftigung. Es gibt Papageienspielzeug zu kaufen, aus dem Futter erst herausgepult werden muss. So was kann auch leicht selber gebaut werden, z.B. aus einer leeren Küchenrolle.

Gräser für Mohrenkopfpapageien

Foto: Auch mit den Grasrispen sind die Papageien eine Weile beschäftigt

Kolbenhirse und Darrikolben (Milo) wurden von meinen Vögeln zunächst nicht angenommen, wenn ich sie einfach zum Futter gelegt habe. Am Volierengitter befestigt, konnte ich sie auf den Geschmack bringen:

Foto: Darrikolben am Volierengitter befestigt.

Ein etwas unbekannteres Zusatzfutter sind die Schoten vom Johannisbrotbaum, darum will ich sie hier noch extra vorstellen. Die Schoten sind kohlenhydratreich, fettarm und reich an Mineralstoffen und werden von den Vögeln gerne angenommen. Manche handelsübliche Papageienfutter haben gestückelte Schoten dabei. Man kann die Schoten aber auch separat kaufen. Ich bringe sie entweder aus dem Urlaub mit oder bestelle größere Mengen direkt bei einem Internetversandhandel in Portugal, der sie schnell und zuverlässig liefert.

   

Foto: Schoten vom Johannisbrotbaum

Die Kerne in den Schoten sind sehr hart und werden zumindest von meinen Vögeln nicht mitgefressen.

Johannisbrotbäume gibt es auch in Afrika und werden von den freilebenden Mopas gerne als Brutplätze genutzt (nicht zu verwechseln jedoch mit den dort häufiger vorkommenden Affenbrotbäumen, was manchmal synonym benutzt wird, es sind aber zwei verschiedene Bäume!).

6 Gedanken zu „Ernährung

  1. Marita

    Deine Ernährungsweise ist wirklich vorbildlich.
    Ich findes es klasse, welche Gedanken du dir gemacht hast um deinen Vögeln ein möglichst artgerechtes Leben und die damit verbundene Ernährungsweise zu bieten.
    Gemüse und Grünfutter sind eine vitalstoffreiche und gesunde Basis für Papageien und es ist so wichtig hartnäckig immer wieder alles zu versuchen, bis sie irgendwann einmal bereit dazu sind, es zu probieren.
    Großes Lob an dich. Es ist mir eine große Freude hier zu lesen 🙂

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  2. Silvia Weiß

    habe ihren blog nun schon oft gelesen und habe durch ihre erfahrungen auch 2 mohris mir zugelegt natürlich brutfremd einer im jan.15 1jahr gworden die henne wird im juni 1 jahr sind mir gegenüber sehr zutraulich aber untereinander halten sie leider abstand beim fessen getrennt und auch beim schlafen jeder in einer anderen ecke. beschäftigen sich nicht miteinander.wenn ich mit ihnen mich beschäftige ist alles ok.
    ändert sich ihr verhalten zueinander noch. möchte mich von keinen der beiden trennen es tut mir aber leid wenn sie sich nicht miteinander beschäftigen denn dieses verlangen sie dann von mir, was ich natürlich gern mache, das ist aber bestimmt nicht artgerecht.
    für einen tip oder rat bin ich ihnen sehr dankbar. mfg s. weiß

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    1. papageien-blog Artikelautor

      Das kann sich durchaus noch ändern. Möglicherweise wenn sie geschlechtsreif werden. Es ist ja schon sicher, dass es gegengeschlechtliche Tiere sind, oder? Per DNA getestet?

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  3. silvia weiss

    Danke für die prompte Antwort so gebe ich die Hoffnung nicht auf.Es ist definitiv ein Pärchen. Ich habe die nötigen Papiere zu jeden Vogel bekommen.Nur leider ist es schade das sie sich nicht miteinander beschäftigen
    Mit freundlichen Grüßen S.Weiss

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    1. papageien-blog Artikelautor

      Die Äste dürfen gerne benagt werden, nur Blätter sollte man keine geben. Meine Sittiche und Papageien haben schon oft Holunderäste bekommen und beknabbert, da gab es noch keine Probleme.

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