Mohrenkopfpapageien

Warum Mohrenkopfpapageien?

Ja, warum eigentlich Mohrenkopfpapageien und nicht Graupapageien, Kakadus oder Aras?

Bei mir war letztlich die Tatsache entscheidend, dass Mohrenkopfpapageien nicht so viel Gefiederstaub absondern wie Graupapageien oder Kakadus. Bereits mit Nymphensittichen hatte ich Probleme bekommen, war mit dem Gefiederstaub nicht zurechtgekommen, so dass ich die Tiere schweren Herzens abgeben musste.

Vier Nymphies

Foto: Nymphensittiche sondern viel Gefiederstaub ab

Bei Kakadus ist bekannt, dass sie aufgrund ihrer Puderdunen große Mengen Gefiederstaub absondern. Auch bei Graupapageien ist die Gefiederstaubmenge beträchtlich. Hingegen hatte ich von einigen Haltern von Mohrenkopfpapageien „Entwarnung“ bekommen, die Tiere stauben nicht übermäßig. Ich kann das bestätigen. Ein gewisses „Mehr“ an Staub muss man als Papageienhalter schon in Kauf nehmen, aber es ist wirklich kein Vergleich!

Was in meinen Augen auch für Mohrenkopfpapageien spricht, ist ihre geringe Größe. Manche Zeitgenossen sind da anders drauf, die lehnen die Mohren gerade deswegen ab, sie seien zu „sittichartig“. Mohrenkopfpapageien sind aber vom Verhaltensrepertoire typische Papageien, wenn man sie beobachtet, wird dies schnell klar. Für mich ist die geringe Größe ein Riesenvorteil. Um z.B. Aras zu halten, hätte ich bei weitem nicht genug Platz. Meine Mohren hingegen haben es in ihrem Vogelzimmer richtig komfortabel! Man muss ja immer einrechnen, dass man zwei Tiere halten muss (keine Einzelhaltung), und diese wollen sich natürlich auch bewegen!

Paarhaltung ist Pflicht!

Foto: Paarhaltung ist Pflicht!

Zur Lautstärke: Meist liest man im Internet, Mohrenkopfpapageien seien „mittellaut“. Was man darunter verstehen soll, soll sich wohl jeder selber zusammenreimen. Letztlich hängt das Lärmempfinden auch mit der jeweiligen individuellen Empfindlichkeit zusammen. Nach meinem persönlichen Empfinden bei meinen eigenen zwei Papageien kann ich sagen, dass die beiden wesentlich leiser sind, als unsere Nymphensittiche es waren. Sie können zwar punktuell auch sehr laut schreien, dies tun sie jedoch äußerst selten, nur in Situationen, in denen sie sich bedroht fühlen (Alarmruf). Die meiste Zeit des Tages hört man überhaupt nichts von ihnen. Nur dann und wann lassen sie mal für einige Minuten ihre Stimmen erschallen, zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen, nachdem es richtig hell geworden ist. Ich finde es letztlich fast angenehmer als die Wellensittiche, die den ganzen Tag am Dauerbrabbeln sind. Aber wie gesagt ist dies wohl Sache des persönlichen Empfindens. Aber auch der jeweiligen Vögel. Einzelvögel, die auf den Menschen fehlgeprägt sind, schreien schon mal ausdauernd, wenn ihr Mensch den Raum verlässt. So kann sich ein Vogel mit der Zeit auch zum Dauerschreier entwickeln und wird zum Problemtier. Mein Fazit: Die Lautstärke muss einen absolut nicht abschrecken, in Mietshäusern oder bei einer Haltung in Außenvolieren sollte man jedoch vorsichtshalber vor der Anschaffung mit den Nachbarn gesprochen haben. Zudem sollte man gucken, dass man den Vögeln durch artgerechte paarweise Haltung möglichst wenig Anlass zum Dauerschreien gibt!

Zum Nagebedürfnis: Mohrenkopfpapageien haben zweifelsohne ein Nagebedürfnis, welches mit frischen Ästen (Obstbäume, Haselnuss, Holunder ohne Blätter, Weide) gestillt werden sollte. Es ist für die Vögel sehr gesund, die Mineralstoffe aus dem Holz, besonders aus der Rinde, aufzunehmen. Zudem kommt die Gabe von Ästen auch Ihren Möbeln zugute, da Vögel, die ihren Nagetrieb mit Ästen stillen dürfen, das Mobiliar meistens in Ruhe lassen.

Kräftiger Schnabel

Foto: Der kräftige Schnabel kann auch dem Mobiliar zusetzen!

Dennoch hat man nie die Garantie, ob den Vögeln nicht vielleicht gerade eine besondere Schrankecke überraschend gut schmeckt. Menschen mit unersetzlich wertvollen Möbeln möchte ich daher von der Papageienhaltung abraten! Grundsätzlich ist es wichtig, den Papageien ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, damit sie sich nicht langweilen und auf, in unseren Augen, dumme Gedanken kommen. Dies kann auch helfen, andere Verhaltensprobleme zu vermeiden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Papageienarten ist das Nagebedürfnis der Mohrenkopfpapageien aber eher gering ausgeprägt, bzw. lässt sich leicht auf frische Äste umlenken.

Beim Klettern

Foto: Ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten sind Pflicht, hier beim Klettern

Weitere Gründe, die mich zu den Mohren gebracht haben, ist deren bekannte robuste Gesundheit, außerdem sehen sie in meinen Augen wunderschön aus und sind echte Charaktertiere. Außerdem sind Mohrenkopfpapageien, wie ich finde, hochintelligent und auch Tiere aus Elternaufzucht lassen sich mit etwas Geduld sehr gut zähmen. Für mich sprach so vieles für genau diese Papageienart, und ich bereue es nicht, mich für Mohrenkopfpapageien entschieden zu haben!

Wer auf Papageien Wert legt, die viel und deutlich sprechen, sollte sich jedoch wahrscheinlich eher Amazonen oder Graupapageien zulegen (wobei man auch dort keine Garantie hat, dass sie es lernen). Mohrenkopfpapageien lernen eher zu pfeifen und Geräusche (Handy, Türglocke) nachzumachen. Wenn sie denn sprechen, ist dies meist nicht so super deutlich. Was die Intelligenz und Lernfähigkeit betrifft, stehen die Mohrenkopfpapageien den genannten Papageienarten meiner Meinung nach jedoch in nichts nach. Auch sie können lernen, situationsbezogen mit uns Menschen zu interagieren und sind durchaus auch in der Lage, gelerntes auf andere Sachverhalte zu übertragen, also „mitzudenken“.

Grundsätzlich halte ich es für wichtig, dass sich zukünftige Papageienhalten gut überlegen, welche Papageien sie sich anschaffen. Es gibt ja doch gewisse Unterschiede, schon hinsichtlich des Nagetriebs, Lautstärke, Verhaltens, etc. Papageien können sehr alt werden und sind somit eine Anschaffung „fürs Leben“. Oder sollten es zumindest sein. Spontankäufe führen in vielen Fällen zu einer späteren Abgabe des Tieres.

Gerade bei Mohrenkopfpapageien ist die Gefahr von Spontankäufen von daher gegeben, da diese im Vergleich zu anderen Papageienarten relativ preisgünstig sind. Dies ist aber nicht darauf zurückzuführen, dass sie vielleicht minderwertiger wären als andere Arten, im Gegenteil, wie oben beschrieben, können es Mohren von ihrem ganzen Wesen her mit anderen, auch größeren, Papageien, durchaus aufnehmen. Die Tatsache, das sie recht kostengünstig zu haben sind, ist darauf zurückzuführen, dass sie früher in sehr großen Mengen importiert wurden und daher in Deutschland nicht besonders selten sind.

Dies hat in meinen Augen den Vorteil, dass man nicht schwer an ein Pärchen Mohrenkopfpapageien kommt und auch kein Vermögen dafür liegen lassen muss, aber auch, dass man bei der Suche nach einem Partnertier im Normalfall ohne größere Probleme fündig wird. Bei seltener gehaltenen Papageienarten ist dies nämlich unter Umständen gar nicht so einfach.

Die Abwägung von Vor- und Nachteilen ist eine Sache, letztlich müssen einen die Tiere, die man sich anschaffen möchte, einfach auch ansprechen, schauen Sie sich deshalb einfach mal die Fotos und Videos auf dieser Internetseite an und warten Sie, ob es „klick“ macht!

Weitere Informationen über Mohrenkopfpapageien:

Anschaffung

Haltung

Ernährung

Unterbringung

Verhalten

Zähmen

2 Gedanken zu „Mohrenkopfpapageien

  1. Monika

    Heute habe ich einen von meinen Mohrenkopfpapageien tot in der Voliere gefunden. Ein Bein regelrecht ausgerissen. Die kampfspuren sind am Gitter zu sehen. Auf einer höhe von ca. 120cm wurde sie, ich glaube von einem Marder am Fuss gepackt. ……… Jetzt ist mein zweiter (über 20 Jahre alt) alleine in der Ecke. Hilfe was soll ?

    Antworten
    1. papageien-blog Artikelautor

      Oh weh, das ist ja schlimm! Daher sollte man bei Außenvolieren immer eine doppelte Verdrahtung machen, mit etwa 2 – 3 cm Luft dazwischen. Dann kann so etwas nicht passieren. Nun heißt es, nach dem zweiten Vogel schauen. Ist das Geschlecht bekannt? Sonst einen DNA-Test machen und gucken, dass schnellstmöglich ein gegengeschlechtliches Partnertier wieder dazukommt.
      Mohrenkopfpapageien können übrigens nicht ganzjährig in einer Außenvoliere leben, außer es ist ein beheiztes Schutzhaus angeschlossen, was nicht unter 12 – 15° Celsius abfällt.

      Antworten

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