Aggressivität bei Sperlingspapageien

Sind Sperlingspapageien besonders aggressiv? Es gibt Berichte im Internet, die dies vermuten lassen.

Fakt ist: Sperlingspapageien sind echte Papageien und zeigen von daher ein echt „papagei-isches“ Verhalten. Hierzu gehört auch ein gewisses Aggressionspotential. Tatsächlich sind jedoch viele andere Papageienarten wesentlich aggressiver als Sperlis. Hier gibt es meinen Artikel über die Aggressivität von Mohrenkopfpapageien. Wer mal gucken will, wie bei Weißbauchpapageien, also bei Rostkappen oder Grünzügel nur alleine das Spielen aussieht:

(Dank an bmwgirl100 – youtube.de)

Da kann man sich dann schon vorstellen, wie es zur Sache geht, wenn es ernst wird!

Gerade Weißbauchpapageien, und in noch höherem Maß Amazonen, zeigen zuweilen auch ein nicht unerhebliches Maß an Aggressionen ihren Menschen gegenüber. Da kann man sich leicht mal einen bösen Biss fangen, und weiß dann wieder: Papageien sind Wildtiere!

Sehr viele Papageienarten kann man aufgrund ihres Aggressionspotentials in Volieren nur paarweise halten. Bei Mohrenkopfpapageien sind mir mehrere Fälle bekannt, wo der Versuch einer Schwarmhaltung böse schief gegangen ist und mit toten Tieren geendet hat.

AngriffFoto: Drohgebärde bei Augenring-Sperlingspapagei (Hahn)

Sperlingspapageien jedoch werden relativ häufig auch im Schwarm gehalten. Haben sie also doch ein geringeres Aggressionspotential als größere Papageien? Ich vermute, die Tatsache, dass man Sperlingspapageien auch ganz gut im Schwarm halten kann, kommt daher, dass sie einfach kleiner sind als viele andere Papageien und sie daher leicht in wesentlich größeren Volieren gehalten werden können. In einer Käfighaltung, auch in größeren Käfigen bis 1,60 m Breite, wird eine Schwarmhaltung in den meisten Fällen scheitern.

Als am friedlichsten bekannt sind die Augenring-Sperlingspapageien, die man in vielen Fällen außerhalb der Brutzeit auch mit anderen friedlichen Vögeln vergesellschaften kann.

1501311Foto: Bourkesittiche mit Augenring-Sperlingspapagei

Als aggressiver hingegen gelten die häufig gehaltenen Blaugenick-Sperlingspapageien. Aber auch für diese gilt das oben geschriebene: Sie sind keinesfalls aggressiver als viele andere Papageienarten und lassen sich bei ausreichender Volierengröße außerhalb der Brutzeit normalerweise zumindest im arteigenen Schwarm halten.

358500_web_R_K_by_Sabine Geißler_pixelio.deFoto: Blaugenick-Sperlingspapageien erkennt man am blauen Nacken (Dank an Sabine Geißler, pixelio.de)

Tunlichst vermeiden sollte man das Anbieten von Nistgelegenheiten, da dann die Hähne wirklich höchst aggressiv zu kämpfen beginnen können. Auch bei der Zucht in Zuchtboxen muss man genau beobachten, wann der Zeitpunkt gekommen ist, die Jungtiere von den Eltern zu entfernen, da die Elterntiere, besonders die Hähne, plötzlich anfangen können, die Jungen zu attackieren. Auch abgeraten wird von einer Haltung von lediglich zwei Paaren. Ab der Kleinschwarm-Größe von drei Paaren scheint sich die Situation wesentlich zu entspannen. Also entweder nur ein Paar oder mindestens drei!

In einer großen Voliere ( ab 2 bis 2,5 m Breite für einen Kleinschwarm von drei Paaren) oder einem Vogelzimmer werden die Papageien in den allermeisten Fällen gut miteinander auskommen. Sollte dies in Einzelfällen nicht so sein, ist eine Trennung, entweder nach Paaren oder nach Geschlechtern, anzuraten.

Eine Vergesellschaftung (Einfügen von fremden Tieren in den Schwarm) solle immer vorsichtig vonstatten gehen, so dass sich die Tiere langsam und aus der Ferne aneinander gewöhnen können.

Mein Fazit:

Sperlingspapageien, auch Blaunacken, gehören zu den mit am leichtesten zu haltenden Papageien. Dies vor allem aufgrund ihrer geringen Größe. Man kann ihrem Bewegungsbedürfnis am ehesten gerecht werden. Je größer die Haltungseinrichtung, desto geringer die Gefahr von Aggressionen gegeneinander.  Dennoch sind es echte Papageien mit entsprechend papageientypischem Verhalten. Man muss von daher seinen Schwarm immer im Auge behalten und eventuelle Neuvergesellschaftungen langsam angehen. Dann steht einer friedlichen Sperli-Haltung nichts im Wege.

KleinschwarmFoto: Friedliches Zusammenleben bei Sperlingspapageien braucht Platz!

2 Gedanken zu „Aggressivität bei Sperlingspapageien

  1. Ulrike

    Hallo , wer kann mir helfen? Ich habe Sperlingpapageien und habe mir letztes Jahr eine Voiliere gebaut mit den Maßen 120x170x60cm. Da ich ein Paar besaß wollte ich noch ein 2. dazu setzen und bin zu einem Züchter gefahren und habe mir ein Paar gekauft. Dieses waren noch sehr junge Sperlis und als ich nach der Eingewöhnung die Paare zusammengeführt habe stellte sich nach einer Weile eine neue Konstelation heraus . Sie haben die Partner getauscht und nach ein paar Monaten fingen sie an sich zu fetzen, so schlimm das mein Weibchen ihren Ring verloren hatte weil ihr ins Bein gebissen wurde und es anschwoll. Bis zur Heilung separierte ich das Weibchen und stellte den kleinen Käfig auf die Voliere und siehe da auf einmal gesellte sich ihr alter Hahn zu ihr und der andere Hahn zu dem neuen Weibchen. Ich verstand die Welt nicht mehr und beobachtete das Treiben. Nachdem alles wieder verheilt war setzte ich alle zusammen und sofort tauschten sie wieder. Es ging eine ganze Weile gut und dann nach 4 Monaten wurde der neue Hahn plötzlich ganz schwach. Ich trennte ihn von der Gruppe und habe versucht ihn wieder aufzupäppeln aber leider ist er verstorben. Nun waren sie zu dritt und die Weibchen taten sich zusammen und mobbten nun das Männchen…??? Erst dachte ich das überlebt er nicht …aber nun ist es wieder ein paar Monate vergangen und sie dulden ihn. Er darf zwar nicht so nahe an sie heran aber es war überwiegend friedlich. Heute war ich für ein paar Stunden aus dem Haus und als ich wieder kam war der Hahn verschwunden. Da meine Vögel frei fliegen können in der Wohnung gab es einige Möglichkeiten sich zu verstecken. Ich habe vereinzelt von seinen Federn gesehen, die verteilt rumlagen..ich machte mir sorgen was passiert war. Endlich habe ich ihn gefunden und eingefangen und war entsetzt wie er aussah. Seine Federn am Kopf wurden fast alle rausgerupft und von seinen Flugfedern fehlten auch einige..er ist mir wieder entwischt und sofort stürtzen sich die Weibchen auf ihn und hackten beide auf ihn rum…zum Glück konnte ich ihn wieder einfangen , er völlig verstört …
    vielleicht kann mir jemand sagen was passiert ist ? Weshalb wird er plötzlich so brutal attakiert? Was kann ich jetzt tun um die Situation zu entspannen falls er das überlebt??

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    1. papageien-blog Artikelautor

      Sperlingspapageien sollen entweder als Paar oder als Kleinschwarm von mindestens sechs Tieren gehalten werden. Dann verteilen sich die Aggressionen besser. Allerdings gibt es nie eine Garantie für Harmonie, daher ist es immer erforderlich, eine Möglichkeit zum Trennen und paarweise Unterbringen zu haben. Wichtig bei einem Kleinschwarm ist auch genügend Platz und die Möglichkeit, sich auch mal sichtgeschützt zurückziehen zu können. Aber das scheint hier ja vorhanden zu sein, wenn die Vögel (ganztägig?) im Zimmer herumfliegen dürfen. Ein Käfig von 1,20 m Breite hingegen ist nur für ein Paar geeignet und nicht für mehrere Tiere.

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