Papageienzeitschriften Teil 2

Relativ neu ist die Zeitschrift „Papageienzeit“. War sie zuerst nur als Online-Version erhältlich, gibt es sie mittlerweile auch als Druckversion. Ich habe mir nun die Februar-März Ausgabe mal gekauft.

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Vom inhaltlichen her hat die Zeitschrift durchaus Potential. So fand ich besonders die Themenauswahl der verschiedenen Artikel sehr ansprechend, ein wirklich bunter Strauß. Von Interesse nicht nur für Züchter, sondern auch für „normale“ Halter, mit teilweise auch in die Tiefe gehenden Informationen. Soweit man das nach einem gelesenen Heft schon beurteilen kann.

Toll finde ich auch die Aufmachung und die wunderschönen Farbfotos in dem Heft.

Ein Manko ist die manchmal etwas oberflächliche sprachliche Gestaltung. Das Heft enthält sehr viele Kommafehler und Grammatikfehler. Dies hat den Lesefluss teilweise doch gestört. Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern geht, aber ich stolpere über so was.

Nun ist ja niemand vor dem Fehlerteufel gefeit, auch mein Blog erhebt nicht den Anspruch, literaturnobelpreiswürdig zu sein. Aber, sorry, wenn eine Zeitschrift 5,50 Euro kostet, dann erwarte ich doch, dass sie in einem korrekten Deutsch abgefasst ist und nicht am Korrekturlesen gespart wurde. Das macht keinen professionellen Eindruck. Und hier beziehe ich mich nicht nur auf einzelne Artikel, die vielleicht als Halterbericht eine gewisse Nachsicht erfordern. Es zieht sich dies durch das gesamte Heft, auch den redaktionellen Teil. Vielleicht habe ich aber einfach nur eine „schlechte“ Ausgabe erwischt, und beim nächsten Mal ist das besser.

Zum inhaltlichen möchte ich noch sagen, dass ich mit dem Artikel „Papageienkauf… Vertrauenssache?!“ von Rudolf Christian teilweise gar nicht übereinstimmen kann. Wenn er, wie er schreibt, zu 90 % Handaufzuchten bei sich beheimatet und auch selber Handaufzucht im größeren Stil betreibt, so ist mir schon klar, dass er Käufern Vögel aus Handaufzucht empfiehlt. Dass er dann aber behauptet, Vögel aus Naturbrut könnten nicht zahm werden und „flüchten bei jeder Annäherung durch den Pfleger hektisch in den Nistkasten oder schreiend in eine Ecke der Voliere“, dann muss ich dem hier einfach mal widersprechen! Es wird sogar so dargestellt, als ob es Tierquälerei wäre, Vögel aus Naturbrut in eine Wohnungshaltung zu nehmen, da dies „Stress pur“ für die Vögel bedeute. Das gilt möglicherweise für manche  menschenfern aufgezogene und sich mehr oder weniger selbst überlassene Naturbrutvögel, aber doch nicht generell! Der Gegenbeweis sind viele zahme Naturbrutvögel, die meist auch weniger zu Verhaltensstörungen neigen und sich von daher ganz großartig in eine tiergerechte Wohnungshaltung einfügen können! Ich hatte ein bisschen die Hoffnung, dass sich in den Köpfen der Leute in punkto tiergerechte Papageienhaltung ein bisschen was verändert, gerade was die Einstellung zu kommerziellen Handaufzuchten anbelangt. Da ist so ein Artikel natürlich kontraproduktiv, auch weil er sicherlich auch von vielen unerfahrenen Tierfreunden gelesen wird, die erst auf der Suche nach Papageien sind und sich dadurch möglicherweise zum Kauf von Handaufzuchten verleiten lassen. Und jede verkaufte Handaufzucht trägt dazu bei, dass es weiter kommerzielle Handaufzuchten geben wird. Hier wurde in meinen Augen die Chance zu einer tierschutzgerechten Aufklärung von zukünftigen Haltern versäumt.

Schön fand ich hingegen die Artikel über Wellensittiche. Auch den Leserbeitrag über Palmfrüchte fand ich gut, auch wenn er in Werbung für einen bestimmten Lieferanten mündet. Es ist ja nun wirklich nicht leicht, Palmfrüchte für die Vögel in guter Qualtiät zu bekommen, da bin ich für solche Infos nur dankbar und betrachte sie nicht als störend. Der Verhaltensartikel von Barbara Heidenreich ist leider etwas knapp ausgefallen. In diese Richtung würde ich mir noch mehr und vor allem ausführlichere Informationen wünschen!

Mein Fazit also zu der Zeitschrift: Ein endgültiges Urteil möchte ich, vor allem inhaltlich, noch nicht abgeben, nach nur einer einzigen gelesenen Ausgabe. Ich werde mal gucken, wie sich das Blatt so weiter entwickelt und dann eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nochmals berichten.

(Neuer Bericht: siehe hier)

Ein Gedanke zu „Papageienzeitschriften Teil 2

  1. Susanne Rückemann

    Mit den ersten drei Absätzen stimme ich weitestgehend überein, modern, informativ, abwechslungsreich, tolle Bilder,…
    Über die Fehler bei Rechtschreibung und Kommasetzung stolperte ich beim Lesen auch, führte das aber auf meine berufliche Vorbelastung zurück. Das Manko wurde erkannt und daran gearbeitet, man merkt es beim Lesen der aktuellen Ausgabe.
    Einen einzelnen Artikel herauszupicken und zu kritisieren halte ich für nicht gerechtfertigt, denke ich z. B. an den Artikel im WP-Magazin, in dem sogar die Kastration gleichgeschlechtlicher Papageien empfohlen wird, um Nachwuchs zu vermeiden. Nicht ohne Grund steht im Impressum:
    „Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die Meinung eines solchen Beitrags nicht mit der Redaktion übereinstimmen muss…“
    Möchte man die Meinung der Redaktion der Papageienzeit zu Naturbruten, Handaufzuchten u.ä. erfahren, dann sollte man das Buch von Claudia Schlüter „Rosakakadus – Haltung mit Herz und Verstand“ lesen. Es hat mir mehr als gut gefallen und ist auch lesenswert für jeden Papageienhalter, der mit einer anderen Papageienart zusammen wohnt!
    Beim WP-Magazin stört uns die einseitige Ausrichtung auf bestimmte Autorinnen. So bezeichneten wir den herausgebenden Verlag schon einmal als Mundt-Verlag – haben aber den Freud’schen Versprecher sofort bemerkt.

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