Leckerchen für Papageien

Die einen nennen es Belohnung, die anderen Bestärker, Verstärker, Goodie oder einfach Leckerchen. Wer mit seinen Papageien Clickertraining macht oder die Vögel einfach ab und zu für erwünschtes Verhalten belohnen möchte, der sollte wissen, was von seinem Tier als Belohnung empfunden wird. Denn das ist unter Umständen nicht bei jedem Papagei gleich. Einer steht auf Sonnenblumenkerne, ein anderer auf Rosinen. Meine Mohrenkopfpapageien nehmen keine Hagebutten, andere sterben dafür.

S1Foto: Seppl liebt Pinienkerne

Wie finden wir heraus, welches die liebsten Leckerchen unserer Papageien sind? Nun ja, zunächst müssen die Vögel selber erkunden, was ihnen schmeckt und was ihnen nicht so zusagt. Sie müssen also eine breite Palette an möglichen Leckerchen erst mal kennenlernen. Hier kann die Erfahrung anderer Papageienhalter helfen, was möglicherweise als Leckerei in Frage kommt. Dies sind z. B. verschiedene Nüsse, Pinien, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, Trockenobstsorten (Feige, Datteln, Rosinen, etc.), frisches Obst (Banane, Mango, Granatapfel, etc.), aber auch gekochte Nudeln, Joghurt, scharfe Peperoni, Fruchtsaft, oder anderes.

Amazone hagebutten

Foto: Diese Amazone steht auf Hagebutten

Normalerweise kristallisieren sich Vorlieben schnell heraus. Wenn wir dann erst mal einen Überblick über eine Reihe beliebter Sachen haben, können wir feststellen, was denn wirklich das Liebste ist: Wir bieten zwei oder drei leckere Dinge gemeinsam an und gucken mal, was gewählt wird. Beim nächsten Mal bieten wir den Favoriten mit zwei anderen beliebten Dingen an und lassen uns überraschen, was diesmal genommen wird. Und so weiter. Nach diesem Ausschlussprinzip zeigt sich bald das „Superleckerchen“. Diese Methode finde ich besser, als die ganze Palette möglicher Leckerchen auf einem Teller anzubieten und zu warten, was zuerst genommen wird, denn bei zehn oder mehr verschiedenen Angeboten verlieren die Vögel leicht den Überblick. Aus drei verschiedenen Dingen auszuwählen, ist leichter.

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Wenn das Superleckerchen identifiziert ist, wird es künftig nicht mehr mit der alltäglichen Nahrung angeboten, sondern es dient nur noch als Belohnung. Wenn also z.B. Banane das beliebteste Leckerchen ist, enthält eben der tägliche Fruchtspieß oder Obstnapf eben keine Banane mehr. So gehen wir sicher, dass das Besondere etwas begehrenswertes bleibt.

Wobei man sagen muss, dass sich die Geschmäcker schon auch mal im Laufe der Zeit wieder ändern können. So ist es ganz sinnvoll, die beschriebene Übung zum Herausfinden des Lieblingsleckerchens ab und an zu wiederholen.

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