Bücher über die Handaufzucht

Vor kurzem habe ich meine Papageienbücher-Sammlung mit zwei weiteren Exemplaren aufgestockt:

Handaufzuchtbücher„Kunstbrut und Handaufzucht von Papageien und Sittichen“ von Matthias Reinschmidt und „Handaufzucht von Papageien“ von Rudolf Wagner.

Nun mag sich der Eine oder Andere vielleicht ein bisschen wundern, denn wie z.B. schon hier zu lesen war, bin ich ganz und gar gegen Handaufzuchten eingestellt. Habe ich meine Meinung plötzlich geändert?

Nein, keineswegs! Wenn Küken kommen, sollen die auf jeden Fall von den Eltern aufgezogen werden. Auch kleinere Schwierigkeiten der Elternvögel, wie z.B. ein verzögerter Fütterungsbeginn, wird mich hiervon nicht abbringen. Zumindest bei meinem erfahrenen Brutpaar werde ich mir da auch nicht so arg Gedanken machen müssen. Wobei natürlich bei dieser Einstellung immer das Risiko besteht, dass man zu spät eingreift und ein Küken stirbt. In der Natur ist das auch so. Aber meine Papageien leben nun mal nicht in ihrer natürlichen Umgebung, sondern ich habe die Verantwortung für sie, von daher ist es schon auch mit eine Gratwanderung. Ich möchte ja nicht vorsätzlich Küken sterben lassen.

Und – es können natürlich auch mal schwere Komplikationen auftreten. Kranke oder gar tote Elterntiere. Ein komplettes Einstellen der Fütterung, Verlassen der Brut, aus irgendwelchen Gründen. Kurz: Man sollte einfach für alles gewappnet sein. Daher ist es mir auch wichtig zu wissen, wie ich im Falle eines Falles reagieren kann bzw. muss, wenn sich die Notwendigkeit ergibt, ein oder mehrere Küken mit der Hand aufziehen zu müssen. Ich hoffe es nicht und ich glaube es auch nicht, aber wer weiß. Ich habe, schon in meiner Zeit als Sittichzüchterin, Handaufzuchtfutter und eine entsprechende Spritze immer daheim. Bis jetzt noch nicht gebraucht, aber für den Notfall liegt alles parat.

futterbetteln2Foto: Meine Wellensittiche waren gute Eltern!

Ein anderer Punkt ist, dass man aus den oben genannten Büchern auch eine ganze Menge über das Züchten von Papageienvögeln allgemein lernen kann, jetzt mal von der Kunstbrut und Handaufzucht ganz abgesehen! Es wird ganz viel ausgesagt über die Balz- und Brutzeit, die Entwicklung des Kükens im Ei, die Entwicklung der Küken nach dem Schlupf, den Schlupfvorgang selber, etc. Da sind viele Informationen dabei, die man auch als Züchter von Naturbruten gut verwerten und gebrauchen kann. Z. B. zum Thema Schlupfhilfe, beschädigte Eier, Anfassen der Eier, und vieles mehr.

Ich habe die Bücher mit großem Gewinn gelesen und fühle mich für das Begleiten der Brut und Jungenaufzucht bei meinen Papageien nun viel besser gewappnet!

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