Rotbauchsittiche

Da ich vor einiger Zeit mal geschrieben habe, dass ich Rotbauchsittiche sehr mag, hat mich nun eine Frage zur Haltung dieser Vögel erreicht. Dazu muss ich leider sagen, dass ich selber diese Tiere noch nie gehalten habe, aber Freunde von mir hatten lange Jahre ein Pärchen Rotbauchsittiche, wo ich so einiges mitbekommen habe, so dass ich nicht ganz unbeleckt bin. Ansonsten weiß ich auch nur das, was es so allgemein über diese Vögel im Netz und ab und zu in den Fachzeitschriften zu lesen gibt, und das ist nicht übermäßig viel. Rotbauchsittiche (Pyrrhura perlata) kommen aus Südamerika. Kürzlich habe ich gehört, wie jemand sie als „die Wellensittiche Südamerikas“ bezeichnet hat. Aus welchem Grund? Wellensittiche sind die am häufigsten gehaltenen Sittiche Australiens. Auch Rotbauchsittiche, oder überhaupt Rotschwanzsittiche, zu denen sie gerechnet werden, werden immer beliebter. Sie gehören zu den schon relativ häufig in Privathand gehaltenen südamerikanischen Sittichen. Ob es tatsächlich die häufigst gehaltenen sind, bezweifle ich jedoch. Ich würde mal sagen, Katharinasittiche und auch Aymarasittiche sind ebenfalls ganz vorne mit dabei. Auch Sonnensittiche und neuerdings auch Goldsittiche sind bei lärmunempfindlichen Menschen mittlerweile recht beliebt.

Rotbauchsittiche werden, das durfte ich erleben, wie Wellensittiche auch, relativ schnell zutraulich und sind gut zu zähmen, was sie für die Haustierhaltung interessant macht. Sie sind recht neugierig, lebhaft und verspielt, und lassen sich auch von Privathaltern recht gut halten, vorausgesetzt, man stellt ihnen eine große Voliere zur Verfügung und gewährt ihnen viel Freiflug in der Wohnung. Ihr Bewegungs- und vor allem Flugbedürfnis ist nämlich groß.

048Eine weitere Gemeinsamkeit mit Wellensittichen, aber auch allen anderen Papageienvögeln, ist, dass man sie nicht alleine halten kann, sondern immer mindestens ein Paar. Während man Wellensittiche jedoch problemlos im (Klein-)Schwarm halten kann, sollte man dies bei Rotbauchsittichen nur praktizieren, wenn eine geräumige begehbare Zimmervoliere, ein Vogelzimmer oder am besten eine große Außenvoliere mit beheizbarem Schutzhaus vorhanden ist. Nach Würth (Zeitschrift Papageien 2/98) gelingt eine Gemeinschaftshaltung von mehreren Paaren nur dann, wenn alle Tiere gleichzeitig in die Voliere eingesetzt werden.

Von der Größe her entsprechen die Rotbauchsittiche in etwa den Standardwellensittichen.

In einigen Wesenszügen unterscheiden sich die Südamerikaner noch mehr von ihren australischen Verwandten. Während Wellensittiche den ganzen Tag am „brabbeln“ sind, verschaffen sich die Rotbauchsittiche meist nur in den Morgen- und Nachmittagsstunden Gehör. Dabei ist ihre Stimme allerdings lauter als die der Wellis, und recht schrill (aber immer noch wesentlich leiser als bei den Aratinga-Arten).

Auch die Ernährung weicht etwas ab. Während die Wellensittiche als Steppenbewohner hauptsächlich von Sämereien ernährt werden sollten, benötigen die Südamerikaner viel Obst. Ihre „Hinterlassenschaften“ sind daher auch hartnäckiger.

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Rotbauchsittiche sind, wie ich finde, richtig schöne und interessante Papageienvögel, die auch immer mehr Freunde finden. Da die Haltung, wie schon angeklungen ist, doch etwas anspruchsvoller als bei Wellensittichen ist, sollte man sich vor einer Anschaffung gut informieren. Meiner Meinung nach gibt es wie gesagt leider zu wenig Informationsmaterial für zukünftige Halter zu diesen Vögeln. Wer die Haltung in Betracht zieht, dem kann ich diese Seite ans Herz legen, zum Stöbern (Suchfunktion), aber auch um selbst Fragen zu stellen. Ansonsten macht es Sinn, einfach mal einen Züchter oder Halter zu besuchen, die Tiere „live“ anzugucken und Fragen zu stellen.

Es ist ja bei Rotbauchsittichen wie bei allen anderen Haustieren, wichtig, sich vor der Anschaffung zu informieren, ob man die Bedürfnisse der Tiere erfüllen kann!

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