Eingewöhnung von neuen Papageien oder Sittichen

Mit meinen beiden Neuanschaffungen war ich auch mal wieder mit dem Thema Eingewöhnung konfrontiert. Es ist ja für die Vögel meist nicht so einfach, aus ihrer bisherigen gewohnten Umgebung herausgerissen zu werden, dann meist noch einen Tierarztbesuch über sich ergehen lassen müssen, vielleicht noch in einem Quarantänekäfig zwischengeparkt zu werden und dann wieder umzuziehen, in das hoffentlich endgültige Zuhause.

Chicco

Foto: Chicco im neuen Zuhause angekommen

Und nicht nur die Örtlichkeit wechselt, sondern auch die Bezugsperson. Gut ist es, wie es bei mir jetzt war, wenn zwei Vögel gleichzeitig umziehen, so bleibt wenigstens der vertraute Artgenosse gleich. Aber manchmal ist es ja auch unvermeidlich, dass Einzelvögel umziehen müssen, z.B. wenn ein Partnertier gestorben ist und eine neue Vergesellschaftung bevorsteht.

Wie können wir den Umzug und die Eingewöhnung für die Vögel so stressfrei wie möglich gestalten? Nun, meiner Meinung nach ist es am besten, wenn die Vögel vom Transport so wenig wie möglich mitbekommen. Also entweder ein Transport in einer umseitig geschlossenen Box mit nur einem kleinen Guckfenster oder in einem Transportkäfig, der mit einer Decke geschützt ist.

Die Quarantänezeit so kurz wie möglich, aber halt auch so lange wie nötig, d.h. die Ergebnisse der Untersuchung vom Tierarzt bzw. Labor müssen natürlich abgewartet werden.

Sowohl in der Quarantäne, als auch im endgültigen Zuhause angekommen, brauchen die Tiere erst mal Ruhe, und Zeit, sich zu orientieren. Wo sind sie da eigentlich hingeraten? Wie läuft das Leben um sie herum ab? Was gibt es hier für Personen, was für andere Tiere? Oder auch so grundlegende Sachen wie: Wo gibt es Wasser, wo gibt es Futter, wo kann ich mich beschäftigen (z. b. nagen)?

Ich halte es für sinnvoll, den Vögeln erst mal möglichst viel Zeit „für sich“ zu gewähren. Keine überstürzten Zähmungsversuche oder Zusammenführungsversuche mit vorhandenen Tieren.

Wann man dann damit anfangen kann, Kontakt zum Tier aufzubauen, hängt natürlich auch davon ab, wie viel Menschenkontakt die Vögel von ihrem bisherigen Zuhause gewohnt sind. Sind es zahme Tiere, oder gar auf den Menschen geprägt? Oder war der Mensch bisher nur Körnergeber? Meine beiden neuen Mohrenkopfpapageien wurden zumindest die letzten fünf Jahre ohne näheren Menschenkontakt in einem Gartenhaus gehalten. Was vorher war, weiß ich nicht. Wahrscheinlich hatten sie irgendwann schon mal näheren Kontakt zum Menschen, wo einer der beiden das Wort „Chicco“ aufgeschnappt hat. Wobei der Vorbesitzer berichtet hat, die beiden wären sehr nervös gewesen, als er sie bekommen hat und wären erst bei ihm nun inzwischen recht ruhig geworden. Tja, schwierig, wenn man die Vorgeschichte nicht so wirklich kennt! Sicher ist, die beiden sind zwar recht ruhig, aber nicht zahm und überhaupt nicht auf den Menschen geprägt. Sie dulden mich aber von Anfang an sehr gut in ihrer Nähe. Futter- und Wasserwechsel funktioniert gut, auch ohne dass sie aufflattern. Ich denke, wenn ich Geduld habe, ihnen viel Zeit gebe, sich an mich zu gewöhnen, und nichts überstürze, werden sie bald Vertrauen fassen und vielleicht auch mal einen Leckerbissen aus meiner Hand akzeptieren. Mal sehen!

Geduld jedenfalls ist das A und O einer guten Eingewöhnung. Geduld, aber auch das gute Beobachten der Tiere. Nur wenn man sie gut beobachtet und auf ihre Körpersprache achtet, kann man abschätzen, wie nahe man ihnen schon kommen kann, bzw. wann man sich besser noch ein bisschen zurückhält. Also ein bisschen Fingerspitzengefühl gehört auch dazu.

Denn je besser sich die Vögel eingewöhnen können, um so mehr Vertrauen bringen sie nachher dem Halter auch entgegen und um so besser klappt das Zusammenleben später. Also unbedingt viel Zeit einplanen und nichts überstürzen!

 

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