Zuchtvorbereitungen

Dieses Jahr „fällt“ die Zuchterlaubnis endgültig. Wenn zum 01.05.2014 das neue Tiergesundheitsgesetz in Kraft tritt, kann man auch in Deutschland, wie in allen übrigen Ländern Europas, ohne besondere Erlaubnis Papageien und Sittiche züchten.

Dies sollte man aber nicht machen, ohne sich vorher ausreichend informiert zu haben und ohne die Vögel auf die Zucht vorbereitet zu haben. Hier habe ich schon ein bisschen was dazu geschrieben. Die Zucht hat nicht nur schöne und süße Seiten, und kann bei mangelnder Sachkenntnis mit kranken oder gar toten Vögeln enden. Wobei ich dazu sagen muss, dass tote Vögel nicht unbedingt bedeuten müssen, dass eine Zucht schlecht ist. Es kann immer passieren, dass Küken nicht aus dem Ei kommen, sterben, verletzt werden, Hennnen an Legenot sterben, etc. Wichtig ist einfach, zu wissen, wie man solche Komplikationen bestmöglich verhindern kann und wie man darauf reagieren muss.

Ein bedeutsamer Punkt ist hierbei die Vorbereitung der Vögel durch eine entsprechende Ernährung, d. h. Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Allem voran ist hier die Kalziumversorgung und die Versorgung mit Vitaminen (z. B. Vitamin A, Vitamin E) zu nennen. Wobei man auch eine Überversorgung vermeiden muss, also zuviel des Guten, vor allem bei fettlöslichen Vitaminen, kann auch schaden.

Bei mir wurde und wird die Zuchtsaison von langer Hand vorbereitet, indem die Vögel schon Wochen vor der Brutzeit gründlich mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden, um auf die Zeit der Brut und Jungenaufzucht vorbereitet zu sein. In dieser Zeit gebe ich ein Kalziumpräparat ins Trinkwasser, die Tiere erhalten Körner- und Pelletfutter, sowie eine Vielfalt an Obst und Gemüse, Grünfutter, frische Zweige zum Benagen und ein- bis zweimal wöchentlich tierisches Eiweiß in Form von Eifutter. Zudem wird über den Zeitraum von zwei- bis drei Wochen ein Multivitaminpräparat (Korvimin oder Prime) übers Obst gestreut. So sind die Tiere bestens mit Nährstoffen für die anstrengende Zeit der Eierproduktion, Brut und Kükenaufzucht versorgt.

Nach Abschluss der Kur mit dem Multivitaminpräparat füttere ich dann täglich ein eiweißreiches Keimfutter in gequollener oder gekeimter Form, sowie ein Feuchtfutter aus Mais, Erbsen (gefrorene, aufgetaut), Eifutter, Kochfutter, o.ä.

EiweißfutterDieses Futter soll den Vögeln suggerieren, dass jetzt die „Regenzeit“ = fruchtbare Zeit, Brutzeit gekommen ist, dass das Nahrungsangebot gut ist und dass Weichfutter für die Jungenaufzucht in Hülle und Fülle zur Verfügung steht.

Gleichzeitig biete ich mehr Nagemöglichkeiten an, in Form von Korkröhren, aber auch Zweigen, die ich zum Teil in die vorhandenen Nistkasten-Eingänge stecke, so dass sich die Vögel die Nistkästen quasi „erarbeiten“ müssen und dabei hoffentlich in Brutstimmung kommen (darauf warte ich gerade bei meinen Mohrenkopfpapageien…).

Nistkastenvorber.3

Wenn die Jungenaufzucht abgeschlossen ist, wiederhole ich die Kur mit dem Multivitaminpräparat. Besonders die Hennen haben dann ein Aufbaupräparat oft nötig, da sie meist durch die Anstrengungen doch reichlich mitgenommen sind. Dies zeigt sich vor allem durch schlechtes Gefieder (z. B. nackter Bauchfleck durchs Brüten). Bei meinen Wellensittichhennen konnte man durch die Gabe von Korvimin dann aber sehr rasch eine Besserung erkennen. Die Zugabe von Vitaminpräparaten während der Kükenaufzucht lehne ich hingegen im Regelfall ab, um eine Überversorgung zu vermeiden. Das angebotene Aufzuchtfutter, insbesondere das Keimfutter, reicht meiner Meinung nach normalerweise aus, um den Jungen zuzuführen, was sie benötigen.

Man sieht, es gibt vieles zu bedenken und vieles zu lernen, wenn man erfolgreich Papageien oder Sittiche züchten möchte, auch ohne Zuchtgenehmigung. Meine Empfehlung lautet: Lesen, lesen, lesen; und wenn möglich, einem erfolgreichen Züchter über die Schulter schauen. So habe auch ich kürzlich einen erfolgreichen Mohrenkopfpapageien-Züchter besucht, davon aber in einem eigenen Beitrag!

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