„Der Mohrenkopfpapagei“ von Werner Lantermann

Nun habe ich ja hier schon berichtet, was meine Papageien zu Weihnachten bekommen haben und möchte nicht versäumen, noch eines meiner eigenen Weihnachtsgeschenke vorzustellen. Durch die schlechte Bewertung bei „Amazon“ hatte ich mir das Buch „Der Mohrenkopfpapagei“ von Werner Lantermann bisher nicht zugelegt. Nun hatten es mir meine Kinder zu Weihnachten gekauft und ich habe es inzwischen mit Interesse gelesen.

Mopa-Buch

Bei der Lektüre muss man berücksichtigen, dass das Buch vor über 15 Jahren geschrieben wurde. Herr Lantermann bringt in seinem Buch über weite Strecken seinen Unmut über die damals übliche Papageienhaltung (Einzelhaltung in zu kleinen Käfigen) zum Ausdruck, sowie über die damalige Importpraxis von wild gefangenen Papageien. Damit hat er unbedingt recht! Heute jedoch sind diese Punkte, sei es durch eine bessere Aufklärung der Halter, sei es durch das Importverbot, nicht mehr so relevant. Daher ist das Buch als Ratgeber für heutige Halter nur bedingt zu gebrauchen.

Dass Mohrenkopfpapageien nicht für eine Käfighaltung geeignet sind, wenn man die Käfiggröße bedenkt, die damals gang und gäbe war, versteht sich. In solchen Käfigen kann man Mohrenkopfpapageien in der Tat nicht vernünftig halten.

Mopa-Buch innenLantermann stellt dann dagegen die Haltung in Außenvolieren mit Schutzhaus ausführlich vor und gibt dabei gute Anregungen zu dieser Haltungsform, auch aus heutiger Sicht.

Die im Buch beschriebenen „rechtlichen Grundlagen“ hingegen sind zum allergrößten Teil natürlich inzwischen Schnee von gestern.

Bei den Zuchtvoraussetzungen nimmt die Geschlechtsunterscheidung einen relativ breiten Raum ein, was heute, dank preisgünstigen DNA-Untersuchungen, überhaupt kein Thema mehr sein muss.

Obwohl das Buch somit nicht unbedingt den heutigen Erwartungen entspricht, war es für mich interessant zu lesen. Ich finde auch Erfahrungen, Beobachtungen und Forschungen älteren Datums wertvoll und wichtig, und sie können zu einem vollständigen Gesamtbild über diese Papageien beitragen, eben unter Berücksichtigung der damaligen Gegebenheiten. Gerade beim Mohrenkopfpapageien war offensichtlich der Schritt vom wild gefangenen Importvogel zum Heimtier ein sehr steiniger, der Unterschied vom Wildfang zum Nachzuchttier gewaltig. Dieses Wissen macht die kleinen Afrikaner nur noch sympathischer und trägt zu einem Verständnis dieser Art bei!

Mein Fazit:

Wer beabsichtigt, sich Mohrenkopfpapageien zuzulegen und Literatur sucht, sollte besser auf neuere Veröffentlichungen zugreifen, z. B. auf das Buch „Langflügelpapageien und andere afrikanische Papageien“ von Werner Lantermann und Jörg Asmus, oder auf das Buch „Langflügelpapageien“ von Dieter Hoppe und Peter Welcke.

Wer jedoch auch an der Geschichte der Haltung und an Beobachtungsberichten zum Mohrenkopfpapageien Interesse hat, dem wird das alte Buch von Werner Lantermann sicher auch gefallen! Es ist, soweit ich mitbekommen habe, jedoch nur noch gebraucht oder antiquarisch erhältlich. Bestimmt habe ich in einigen Jahren ein wertvolles Sammlerstück! 🙂

 

 

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