Aspergillus-Sporen auf Obst?

Hin und wieder hört oder liest man Hinweise, dass die gefährlichen Aspergillussporen, die die gefürchtete Atemwegserkrankung Aspergillose auslösen können (Bildung von Aflatoxinen), auch auf Obst vorkommen können. Manch ein Halter ist verunsichert. Wie jetzt, besser kein Obst mehr füttern?

Hierzu ist folgendes festzustellen: Natürlich können Aspergillussporen auf Obst vorkommen. Wenn ihr mal Zitronen oder Orangen zu lange liegen lasst, habt ihr eine schöne Schimmelpilzzucht auf der Schale, und ihr solltet aufpassen, dass ihr beim Entsorgen des Obstes die Sporen möglichst nicht einatmet.

Schimmel

Denn auch für Menschen kann dies schädlich sein. Auch bei Tomaten, Brokkoli, Trauben, etc. habe ich schon Schimmelrasen festgestellt. Allerdings muss dieser sogar nicht mal unbedingt gut sichtbar sein.

Aber keine Panik! Frische, klein geschnittene Obst- oder Gemüsestücke im Papageiennapf, z. B. Apfelstücke, Birnen, Banane, Orange, Paprika, Karotte, etc. sind nicht besonders gefährdet, dass sich Schimmelpilze darauf vermehren und wir Aflatoxine darauf finden, wenn der Napf den Papageien ein paar Stunden lang angeboten wird. Das Obst wird vielleicht ein bisschen braun und unansehnlich, das hat mit dem Sauerstoff zu tun, der mit den Polyphenolen im Obst reagiert. Mag vielleicht ein bisschen unappetitlich aussehen, ist aber zunächst überhaupt nicht schlimm und macht das Obst nicht ungesund. Ich biete meinen Vögeln einwandfreies Obst und Gemüse an und entferne dies spätestens nach einem halben Tag wieder. Dabei mache ich mir keine Sorgen, dass ich meinen Vögeln schaden könnte, im Gegenteil. Die im Obst und Gemüse enthaltenen Stoffe sind wichtig für ein einwandfreies Immunsystem. Und ein gutes Immunsystem ist das Wichtigste für die Aspergilloseabwehr.

PaprikaKiwiFoto: Frisches Obst und Gemüse ist gesund!

Eine viel größere Gefahr als von frischem Obst und Gemüse geht meines Erachtens von falsch gelagerten oder überlagerten Nüssen und Saaten aus. Erdnüsse in Schalen, aber auch z.B. Walnüsse, enthalten oft Schimmel. Auch auf Trockenobst, z.B. getrockneten Feigen, werden nicht selten Aflatoxine (oder auch andere Mykotoxine) festgestellt.

Meine Papageien erhalten daher nur Nüsse ohne Schale, die für die menschliche Ernährung bestimmt sind. Hier findet im Rahmen des Verbraucherschutzes eine Kontrolle durch die Lebensmittelkontrollbehörden statt und belastete Produkte werden schnell aus dem Verkehr gezogen.

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Mein Körnerfutter oder auch Pellets/Extrudate kaufe ich nur in solchen Mengen, dass ich es in spätestens zwei Monaten verbraucht habe. Auch achte ich dabei auf eine gute Qualität, also dass die Körner staubfrei sind und nicht überlagert wirken (Farbe, Geruch). Zwar sind die Körner, die ich vom Händler bekomme, auch nicht frischer, als wenn ich große Mengen einkaufe und selber lagere, da ja die Samen nur einmal im Jahr geerntet werden, aber ich gehe davon aus, dass der Händler bessere Lagermöglichkeiten hat als ich. Die Saaten sollen trocken, kühl und staubfrei gelagert werden, und so, dass möglichst keine „Tierchen“ Zugang haben, weder Insekten noch Schadnager (Schadnager, was für ein Wort für die süßen Mäuschen… aber an meinem Vogelfutter will ich sie halt nicht haben!).

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Letztlich können Aspergillussporen überall sein, also auch auf Tapeten, Holz, Mauern, Vorhängen, Erde (Topfpflanzen!) etc. Gerade in feuchten, warmen Wohnungen kommt es leicht zur Schimmelbildung. Und gerade Papageienhalter haben oft feuchte Wohnungen, wenn sie für eine angemessene Luftfeuchtigkeit sorgen. Ein Teufelskreis. Für mich ist das kein Grund zu vezagen, ich bleibe aufmerksam und gehe mit offenen Augen durch die Welt, und gucke, dass die Vögel ein ordentliches Immunsystem haben, z.B. durch eine abwechslungsreiche Fütterung mit reichlich Obst und Gemüse!

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