Einzelhaltung

Gleich noch ein Reizthema (für manche): Einzelhaltung

Leider gibt es immer noch Menschen, die einzelne Papageien oder Sittiche halten. Weil diese doch ach so zahm sind.

Tatsächlich schließen sich einzeln gehaltene Vögel manchmal enger an den Menschen an als im Schwarm oder zu zweit gehaltene. Er ist ja ihr einziger „Ansprechpartner“. So wird der Mensch auch oft als Partnerersatz gesehen (oder einer der Menschen aus der Familie als Partnerersatz auserwählt).

Foto: Zu zweit sind Papageien glücklicher

Was ist da nun so schlimm daran? Wenn die Menschen Zeit haben und viel Zeit mit dem Vogel verbringen, kann dieser doch auch so ein ausgefülltes Leben führen, oder nicht?

Tatsache ist halt, dass die Beziehung zwischen Vogel und menschlichem Partner nie vollkommen sein kann, da z.B. eine Paarung nicht möglich ist, was in der Natur der Sache liegt. Es kann daher nie eine wirklich erfüllende Partnerschaft sein. Natürlich ist es schön, wenn der Vogel beschäftigt ist und sich nicht langweilen muss, aber ein Ersatz zu einem echten Partner ist es halt nicht. Zumal es mit Sicherheit keine Familie gibt, wo ein Einzelvogel nicht auch mal zumindest stundenweise alleine bleiben muss.

Beobachtet man zwei Papageien oder Sittiche miteinander, kann man erkennen, was ich meine. Ein Großteil des gezeigten Verhaltensrepertoires taucht im Zusammenleben mit dem Menschen gar nicht auf. Partnerfüttern, Schnäbeln, Gespräche in der arteigenen Sprache, gegenseitige Gefiederpflege – alles Dinge, die mit dem Menschen schlichtweg unmöglich sind. Und die Aufzählung ist nicht abschließend. Mir macht es sehr viel Freude, meine beiden Papageien zu beobachten, wenn sie miteinander in Interaktion treten. Auch wenn ich dafür in Kauf nehmen muss, dass sie vielleicht nicht ganz so anhänglich sind, wie sie als Einzelvögel wären. Zumal diese Anhänglichkeit ja nicht nur positive Aspekte hat. Ständig vom Vogel belagert zu sein, kann auch lästig sein. Außerdem fangen viele Einzelvögel sofort an, ausdauernd nach ihrem Menschen zu schreien, wenn dieser nur das Zimmer verlässt. Andere werden zu Rupfern oder werden aggressiv gegenüber anderen Menschen als dem „eigenen“.

Foto: Es ist schön, zwei Papageien miteinander zu sehen!

Man hat auch bei Paarhaltung keine Garantie auf Vögel ohne Macken, aber im Regelfall sind sie doch sehr viel entspannter und pflegeleichter. Und Zahmheit kann man auch mit gemeinsam gehaltenen Vögeln trainieren. Nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark, sind gemeinschaftlich gehaltene Papageien meist voller Neugierde und Mut, was das Zähmen erleichtert. Je nachdem wie intensiv sie in das Familienleben integriert sind, werden sie bald freche und zutrauliche Familienmitglieder sein. Die aber eben auch noch ihren eigenen, artgleichen Partner haben.

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