Körnermischungen

Wie schon öfter geschrieben, soll das Körnerfutter für Papageien nicht das Hauptfutter darstellen. Ganz wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Zweigen und daneben Körnern. Dennoch habe ich ja angekündigt, einen Beitrag darüber zu schreiben, wie das Körnerfutter für Mohrenkopfpapageien aussehen kann. Nun, gleich vorneweg: Die Meinungen darüber gehen ein bisschen auseinander, von daher gibt es nicht „die“ Körnermischung.

Rudolf K. Wagner empfiehlt in seinem Buch „Unser Mohrenkopfpapagei“ eine Körnerfuttermischung bestehend aus 40 – 50 % Kardi, „der Rest bestehend aus: Paddy-Reis, Weizen, Hafer, Buchweizen, Glanz, verschiedenen Hirsen, Kiefernsamen, ganz wenige Sonnenblumenkerne“.

Dieter Hoppe und Peter Welcke empfehlen in ihrem Buch „Langflügelpapageien“ für alle Langflügelpapageien nach Künne eine Mischung, die aus 20 % Sonnenblumenkernen, 15 % Kardi, 10 % Hafer, 10 % Weizen, 10 % verschiedene Hirsearten, 10 % Pinienkernen, 10 % Melonenkernen und 5 % Leinsamen bestehen soll.

Einig ist man sich in der Literatur, dass afrikanische Papageien grundsätzlich fettreicher ernährt werden dürfen als z.B. Amazonen, die eher zum Fettwerden neigen. Von daher haben auch die handelsüblichen Futtermischungen für afrikanische Papageien einen höheren Anteil an fetthaltigen Sämereien.

Ich persönlich halte es so, dass ich unter den verschiedenen Futtermischungen etwas hin und her wechsle, so dass dann zumindest auf lange Sicht gesehen eine Ausgewogenheit erreicht werden dürfte. Dabei füttere ich nicht nur die oben erwähnten, sondern durchaus auch mal eine fertige Mischung. Hier kann man für Langflügelpapageien auf Mischungen für afrikanische Papageien zugreifen, also auch auf Mischungen für Graupapageien, da der Bedarf ähnlich ist. Diese enthalten meist etwas mehr Sonnenblumenkerne als die oben beschriebenen Mischungen. Ich mache es manchmal so, dass ich die gestreiften Sonnenblumenkerne aus dieser Futtermischung heraussammle und gesondert als Leckerchen anbiete, so dass nicht noch zusätzliche Kalorien für extra Leckerchen dazukommen.

Ansonsten sind bei den Fertigmischungen solche mit einer größeren Vielfalt an Körnern zu bevorzugen.

Im Übrigen sieht man ja selber, wie sich die Tiere entwickeln. Stellt man fest, dass sie zu fett werden, sollte man den Anteil an fetthaltigen Sämereien (Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Leinsamen etc.) etwas reduzieren. Bitte nicht langfristig ganz weglassen, denn die fettlöslichen Vitamine, die in diesen Saaten enthalten sind, sind für unsere Papageien auch sehr wichtig! Kurzfristig, z.B. für einen Zeitraum von drei oder vier Wochen, kann mal ein Großsittichfutter ohne Sonnenblumenkerne oder ein sogenanntes Diät-Papageienfutter ohne Sonnenblumenkerne angeboten werden, wenn ein Papagei wirklich Fett angesetzt hat. Ansonsten ist es die bessere Wahl, ein ausgewogenes Körnerfutter in reduzierter Menge und dafür mehr Obst und Gemüse anzubieten. Eine weitere Alternative ist, die Sonnenblumenkerne leicht angekeimt anzubieten. Dabei reduziert sich der Fettgehalt, während der Anteil an Vitaminen kurzfristig ansteigt. Zu diesem Thema werde ich aber noch einen gesonderten Artikel schreiben.

Abgesehen von der Gefahr der Verfettung ist ein Futter mit einem zu hohen Anteil an fetthaltigen Sämereien im Übrigen auch nicht gesund für die Leber der Tiere. Also auch bei schlanken Tieren sollte es mit Sonnenblumenkernen und Co. nicht übertrieben werden!

Foto: Ausgewogene Körnermischung mit wenig Sonnenblumenkernen

Wie viele Körner bekommen meine Papageien pro Tag? Ich biete ihnen pro Tier und Tag einen leicht gehäuften Esslöffel Körnerfutter an. Hier muss man ein bisschen aufpassen. Gibt man zu viel, suchen sich die Piepmätze nur das heraus, was ihnen am besten schmeckt. Oder sie fressen sich nur an den Körnern satt und vernachlässigen das Obst und Gemüse. Es sollte also von der Menge her zwar ausreichend, aber nicht übermäßig viel sein. Hier muss man unter Umständen ein bisschen herumprobieren, da nicht alle Papageien, aber auch nicht alle Esslöffel, gleich sind!

 

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