Mindestgrößen für Käfige

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. So heißt es in § 2 des Tierschutzgesetzes in Deutschland. Was ist eine verhaltensgerechte Unterbringung? Darüber gibt es Gutachten von Tierärzten, die im Internet z.B. hier veröffentlicht sind.

Foto: Meine Papageien haben viel Platz!

Auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat ein „Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien“ veröffentlicht. Diese Gutachten werden z.B. von den Veterinärämtern zugrunde gelegt, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob eine Tierhaltung den Anforderungen des Tierschutzgesetzes entspricht. Was sagen diese Gutachten zur Unterbringung von Langflügelpapageien?

Das Gutachten des BMELV fasst die kurzschwänzigen Papageien zusammen, so dass z.B. Agaporniden, Amazonen, Kakadus, Edelpapageien und Sperlingspapageien zu einer Kategorie gehören. Innerhalb dieser Kategorie wird dann nach Größen unterschieden. So soll für Vögel bis zu einer Gesamtkörperlänge von 25 cm, worunter auch unsere Mohrenkopfpapageien fallen, ein Käfig mit den Maßen von 1 m x 0,5 m x 0,5 m ausreichend sein.

Nun muss ich dazu sagen, dass ich grundsätzlich froh bin über dieses Gutachten. Es ist festgeschrieben, dass Papageienvögel mindestens paarweise zu halten sind und dass sie Raum zum Fliegen brauchen. Es ist festgelegt, welche Temperaturen in Schutzhäusern bei einer Haltung in Außenvolieren mindestens herrschen muss und dergleichen mehr. Was die Käfiggrößen anbelangt, bin ich jedoch nicht immer damit einig. Und das nicht nur, weil die Mohrenkopfpapageien dummerweise mit den wesentlich kleineren Sperlingspapageien über einen Kamm geschoren werden. Die erforderliche Käfiggröße ist ja nicht nur von der Gesamtkörperlänge der Tiere abhängig, sondern meiner Meinung nach auch vom Verhalten. Gerade Mohrenkopfpapageien sind, wie ich an anderer Stelle schon schrieb, manchmal recht ruppig zueinander; dass ein Hahn seine Henne wegbeißt oder jagt, gehört durchaus zum normalen Verhalten (Balzverhalten) dazu. Hier ist es einfach erforderlich, dass der Käfig so groß ist, dass die Vögel die Möglichkeit haben, sich ein bisschen voreinander zurückzuziehen. Darüber hinaus sollte er natürlich auch so geräumig sein, dass einige Flügelschläge darin ausgeführt werden können. Dies ist bei einem Käfig mit einem Meter Länge und einem halben Meter Breite einfach nicht der Fall. Ich kann daher nur eindringlich dazu raten, für Mohrenkopfpapageien größere Volierenmaße zu verwenden, nämlich 2,0 m auf 1,0 m auf 2,0 m (Länge mal Breite mal Höhe). Größer geht natürlich immer, aber das ist in meinen Augen das Minimum, um die Tiere einigermaßen verhaltensgerecht unterzubringen.

Foto: Ein solcher Montana Double ist m.E. für Papageien zu schmal, für Wellis optimal!

Bei Wellensittichen kann man kleine Käfige oftmals dadurch ausgleichen, dass den ganzen Tag das Türchen offensteht, Freiflug rund um die Uhr, sozusagen. Dann handelt es sich nicht mehr um eine Käfighaltung, sondern um eine Zimmerhaltung mit natürlich ausreichend Platz. Bei Papageien sieht es ein bisschen anders aus, weil sie einfach durch ihre Schnabelgröße viel zerstörerischer sind und die wenigsten Halter sie unbeobachtet in der Wohnung herumfliegen lassen wollen. Die Folge ist, dass die Vögel mehr Zeit auch im Käfig verbringen müssen. So sollte dieser einfach eine gewisse Größe aufweisen, nämlich mindestens die von mir oben genannten (2,0 m x 1,0 m x 2,0 m), bzw. für größere Papageien natürlich entsprechend größer. Dies möchte ich allen Haltern oder zukünftigen Haltern dieser Tiere hiermit nochmals dringend ans Herz legen! Wer keine Möglichkeit hat, eine so große Voliere zu stellen, sollte die Absicht, Papageien zu halten, im Interesse der Vögel besser noch einmal überdenken!

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