Geschlechtsbestimmung beim Mohrenkopfpapagei

Es gibt Züchter, die von sich behaupten, Mohrenkopfpapageien im Geschlecht äußerlich unterscheiden zu können.

  Foto: Hahn

Tatsächlich unterscheiden sich erwachsene Mohrenkopfpapageienhennen phänotypisch ein bisschen von den Hähnen. Die Hähne haben ein kräftiger Orange gefärbtes Brustgefieder, der Orange-Anteil beginnt relativ weit oben am Bauch, während sich bei den Hennen der Grünanteil weiter nach unten bis zwischen die Beine zieht. Hähne haben etwas größere Köpfe und Schnäbel, sind insgesamt vom Körperbau her meist weniger zierlich als die Hennen und haben ein rein gelbes Bürzelgefieder (Steißgefieder), während das von den Hennen grün durchsetzt ist.

  Foto: Henne

Dummerweise sind diese Unterschiede minimal. Außerdem kann eine kräftiger oder weniger kräftiger gefärbte Brust auch Ursache darin haben, dass es sich um eine andere Unterart handelt oder dass das Tier noch jung und daher noch nicht ganz ausgefärbt ist. Die Größe variiert ohnehin von Tier zu Tier, es gibt, wie bei den Menschen auch, kräftige Frauen und zierlichere Männer. Es ist daher äußerst unsicher, sich bei Mohrenkopfpapageien auf eine Geschlechtsbestimmung lediglich aufgrund äußerer Anzeichen zu verlassen.

Und da es gerade bei den Mohrenköpfen so eklatant wichtig ist, nur gegengeschlechtliche Tiere zu vergesellschaften, da eine Haltung gleichgeschlechtlicher Tiere oft nicht gut geht, würde ich mich beim Kauf eines Tieres nicht auf eine reine Züchteraussage verlassen. Eine DNA-Analyse zur sicheren Geschlechtsbestimmung kostet heutzutage nicht mehr viel, mit weniger als 20 Euro ist man dabei. Und da ist das Porto zum Versenden der Federproben schon inbegriffen! Dann kann man ja hinterher, quasi als Aha-Effekt, gucken, ob die oben beschriebenen äußeren Merkmale dazupassen.

Die DNA-Analyse ist auch nicht aufwändig, da man nirgends mit seinem Vogel vorstellig werden muss, sondern lediglich zwei frisch gezupfte Federchen, in einem Gefrierbeutel sicher untergebracht, per Post verschicken kann. Labore, die solche DNA-Analysen durchführen, finden sich leicht über Suchmaschinen im Internet.

Die einzige Schwierigkeit mag vielleicht sein, dem Vogel zwei Federn aus dem Brustgefieder zu ziehen. Aber da dies ja noch beim Züchter, vor dem Verkauf, erfolgen sollte, wird dies in der Regel von diesem durchgeführt. Ein guter Züchter sollte damit keine Schwierigkeiten haben.

Problematisch ist es daher vielleicht eher, wenn man einen Abgabevogel ohne DNA von Privat übernimmt.

Daher hier eine kurze Anleitung:

Auf keinen Fall Schwanzfedern oder lange Schwungfedern ziehen! Zwei kurze Feder aus dem Bauch oder Rücken ist völlig ausreichend! Wichtig ist der Federkiel, und zwar genau der Teil, mit dem die Feder im Vogel steckte, dieser darf auf keinen Fall angefasst werden. Nach dem Ziehen die Feder gleich in die bereitgelegte Plastiktüte/Gefrierbeutel verstauen, verschließen und die Tüte beschriften! Die Beschriftung erfolgt am besten mittels Klebeetitkett, damit nichts abfallen und vertauscht werden kann. Sinnvoll ist, die Ringnummer auf dem Etikett zu vermerken, besonders wenn mehrere Vögel vorhanden sind, so dass das Ergebnis nachher zweifelsfrei zugeordnet werden kann. Dass dies wichtig ist, wird klar, wenn man diese Geschichte einer falsch zugeordneten DNA liest!

Wenn der Papagei nicht zahm ist, ist es am besten, zum Ziehen der Feder einen Helfer zu haben, der den Vogel festhält, zur Not zum Abwehren von Bissen in ein kleines Frotteehandtuch gewickelt. Einfangen kann man einen nicht-zahmen Vogel ganz gut entweder bei Dunkelheit, also wenn dieser nicht damit rechnet, oder mit einem Kescher oder einfach mit dem Handtuch. Bei scheuen Vögeln kann das schon eine Tortur sein, sowohl für das Tier als auch unter Umständen für den Fänger, wenn er Bisse abbekommt, aber es ist ja eine einmalige Sache, und der Nutzen überwiegt die Schmerzen! 🙂

So, und nun zum Schluss noch ein Bild zum Raten: Handelt es sich hier um einen Hahn oder um eine Henne?

Die Auflösung kommt beim nächsten Mal!

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