Was kostet ein Mohrenkopfpapagei?

Wenn man die Anschaffung eines Papageis plant und die einschlägigen Anzeigenseiten im Internet wälzt, wird man feststellen, dass für einen Mohrenkopfpapageien inzwischen meist so zwischen 150 und 350 Euro verlangt wird. Scheue Tiere sind auch mal günstiger zu haben. Vor kurzem habe ich eine Annonce gesehen, in der ein Mohrenkopf samt Käfig für 75 Euro abgegeben werden sollte. Davon abgesehen, dass der Käfig viel zu klein und damit völlig unbrauchbar war, ist das schon ein Schleuderpreis. Was habe ich daran auszusetzen? Nun, leider ist es bei den meisten Menschen so, dass sie sich um ein Tier besser kümmern, wenn es mehr gekostet hat. Ein teurer Tierarztbesuch wird meist nur dann erwogen, wenn der Verlust des Tieres auch ein finanzieller ist. Traurig, aber wahr. Von daher finde ich es sinnvoll, Tiere nicht zu verschleudern, sondern einen angemessenen Preis zu verlangen.

Foto: Meine Papageien sind mir lieb und teuer!

Auf der anderen Seite sollte natürlich nicht verkannt werden, dass bei teuren Tieren möglicherweise gewissenlose Züchter auf den Plan gerufen werden, die die Tiere nur des Geldes wegen züchten. Dass solche Zuchten nicht unbedingt tierfreundlich sind, ist keine Seltenheit.

Der Preis eines Tieres, und dies gilt nicht nur für Papageien, ist somit eine zweischneidige Sache. Nicht zu günstig, damit die Halter den Wert erkennen und nicht zu teuer, um keine geldgierigen Züchter zu aktivieren. Eine Gradwanderung!

Ganz übel finde ich die Masche, mit Handaufzuchten extra viel Geld verdienen zu wollen. Sicher macht es viel Arbeit, einen Papageien per Hand aufzuziehen. In den allermeisten Fällen ist das aber gar nicht erforderlich, da die Papageieneltern die Jungen ganz gut alleine großgezogen bekommen. Viele Handaufzuchten werden deshalb gemacht, um die Küken von klein auf auf den Menschen zu prägen, so dass diese nachher als besonders zahm gelten. Leider ist dies keine wirkliche Zahmheit, sondern eine Fehlprägung. Spätestens in der Pubertät gibt es mit diesen Tieren oft Probleme (Schreien, Federrupfen, Aggressivität). Von daher kann ich immer wieder nur raten: Hände weg von Handaufzuchten! Wer zahme Tiere möchte, kann Papageien von Züchtern kaufen, wo die Tiere menschennah aufwachsen und die Jungen somit, auch wenn sie von den Eltern aufgezogen werden, schon früh an Menschenkontakt gewöhnt sind. Ansonsten macht es aber auch sehr viel Freude, scheuere Tiere mit viel Geduld nach und nach an sich zu gewöhnen, so wie ich es mit meinen beiden gemacht habe.

Welcher Preis ist nun meiner Meinung nach für einen Mohrenkopfpapageien angemessen? Meiner Meinung nach sollte ein Papagei vom Züchter generell nicht mehr als 250 bis 300 Euro kosten. Mir ist klar, dass damit die vielfältigen Ausgaben der Züchter oft nicht gedeckt werden können. Aber so sollte es meiner Meinung nach auch sein. Papageienzucht sollte ein Hobby sein, und Hobbys kosten nun mal Geld!

Abgabevögel, die von privat aus verschiedensten Gründen, oftmals dringend, vermittelt werden müssen und ein neues Zuhause suchen, sind natürlich meist günstiger zu haben. Dennoch sollte man, wenn man einen Papagei abgeben muss, immer eine Schutzgebühr von mindestens 100 – 150 Euro verlangen, um zu verhindern, dass das Tier den neuen Eigentümern nachher „nichts wert“ ist und es nur aus einer Laune heraus angeschafft wurde.

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