Der Papageienschnabel

Papageien sind „Krummschnäbel“, das heißt, sie haben einen hakenförmigen beweglichen Oberschnabel und einen „schaufelbaggerförmigen“ Unterschnabel. Diese beiden Schnabelteile lassen sich wie eine Zange gegeneinander bewegen und können Gegenstände festhalten, zerlegen, hobeln, aufnehmen, schneiden, zerreiben, abschälen und einiges mehr. Durch die Hebelwirkung können große Kräfte übertragen werden, was z.B. bei Knacken von Nüssen nützlich ist.

Der Schnabel ist kein totes Werkzeug, sondern ein lebendiges Körperteil. Er ist teilweise durchblutet und er wächst ständig nach, ähnlich wie unsere Fingernägel. Das ist auch wichtig, da er sich beim Gebrauch abnutzt. Bei einem krankhaften übermäßigen Schnabelwachstum kann der Tierarzt durch Schneiden und Feilen Abhilfe schaffen. Normalerweise jedoch wächst der Schnabel in dem Maße nach, wie er sich abnutzt und benötigt keine zusätzliche Pflege durch den Menschen.

Üblicherweise überdeckt der Oberschnabel den Unterschnabel. Ist dies nicht der Fall, liegt eine Schnabeldeformation, z. B. ein sogenannter Unterbiss, vor.

Die Innenseite des Oberschnabels enthält feine Kerben, die als Feilkerben bezeichnet werden und dem Unterschnabel als Widerstand dienen. So können z.B. Nüsse oder Sonnenblumenkerne fein zerrieben werden. Im folgenden Kurzfilm sehen wir, wie Vroni eine Erdnuss „zerkaut“:

 Weiterhin enthält die Innenseite des Oberschnabels aber auch feine Tastkörperchen. Wenn man den Schnabel also als „dritte Hand“ bezeichnet, liegt man gar nicht so verkehrt. Der Papagei kann mit der Schnabelinnenseite tatsächlich tasten. Als „gegenüberliegender Finger“ wird beim Tasten weniger der Unterschnabel, sondern tatsächlich die Zunge verwendet. Wer einen Papageien schon einmal beobachtet hat, wie dieser z.B. eine ihm fremde Speise oder einen ihm fremden Gegenstand erkundet hat, wird festgestellt haben, dass dieser zwischen Oberschnabel und Zunge sozusagen abgetastet wird.

Dies erklärt auch, dass Papageien „mit Gefühl“ zubeißen können. Sie können steuern, wie fest oder wenig fest sie zubeißen und können wirklich vorsichtig mit ihrem Schnabel agieren, mit dem sie andererseits auch Nüsse aufknacken. Papageienhalter bekommen dies immer wieder zu spüren. Bei meiner Vroni kann ich unbesorgt meinen Finger in den Schnabel stecken. Sie wird nur zärtlich und vorsichtig zubeißen. Bei Seppl mache ich das lieber nicht, da dieser auch gerne mal übermütig oder auch abwehrend kräftig zukneift. Pure Absicht! So ist es ganz gut, seine Papageien zu kennen bzw. zu beobachten, um feste Bisse zu vermeiden!

Im Kurzfilm sehen wir mein Spiel mit Vronis Schnabel, was sich bei Seppl nicht empfiehlt:

Eine weitere wichtige Einsatzmöglichkeit des Papageienschnabels ist als Kletterhilfe, sowohl z.B. am Volierengitter als auch im Geäst.

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