Aggressivität bei Mohrenkopfpapageien

Mohrenkopfpapageien gelten im allgemeinen als aggressive Papageien. Woher kommt dieser Ruf? Zum einen sicher daher, dass sie recht ruppig miteinander umgehen. Auch fest verpaarte Tiere, die sich „eigentlich“ lieben, sind nicht immer gerade zärtlich miteinander. Ähnlich wie ein altes Ehepaar ;-). Ich habe hier eine kurze Filmsequenz, da sehen wir, wie der Hahn die Henne attackiert und auf den Balken jagt:

Das ist jetzt keine besonders ausgefallene Situation, sondern ganz alltäglich. Gerade das In-die-Füße-Beißen gehört bei Mopas dazu. Dass der Hahn die Henne jagt, ist ein fester Bestandteil des Balzriutals bei Mohrenkopfpapageien. Dies ist mit ein Grund, dass Mohrenkopfpapageien in einem kleinen Käfig nichts verloren haben, sondern genügend Platz haben sollten, so dass die Henne dem Hahn ausweichen kann und sich auch mal zurückziehen kann.

Ein weiterer Punkt, warum gerade über Mohrenkopfpapageien oft im Zusammenhang mit Aggressivität gesprochen wird, ist sicher auch darin zu suchen, dass es sehr viele Mohrenkopfpapageien in Deutschland gibt. Es ist, wie ich schon schrieb, die am zweithäufigst gehaltene afrikanische Papageienart bei uns, gleich nach den Graupapageien. Bis vor zumindest zehn Jahren waren die Haltungsbedingungen meist nicht sonderlich tierfreundlich, Einzelhaltung war an der Tagesordnung, kleine Käfige häufig. Da muss man sich nicht wundern, wenn es viele Horrorgeschichten von bösen Mohrenköpfen gibt. Graupapageien hingegen neigen eher zur Autoaggressivität (Rupfen).

Eine häufige Quelle aggressiven Verhaltens bei Papageien, egal welcher Art, ist die Tatsache der Handaufzucht. Handaufgezogene Tiere sind zumeist auf den Menschen fehlgeprägt, das heißt, sie fühlen sich als Menschen, nicht als Papageien und möchten sich somit auch mit Menschen verpaaren. Dadurch kommt es, meist in der Pubertät und dann auch beim geschlechtsreifen Vogel, oft zu eifersuchtsbedingtem Beißen, Wegbeißen, von als Konkurrent empfundenen anderen Menschen, oftmals dem Gegengeschlecht des „eigenen“ Menschen.

Bei einigen Papageien, z.B. Amazonen, tritt dieses Verhalten oft auch bei elternaufgezogenen, verpaarten Tieren auf. Während der Brutzeit beißen die Hähne alles weg, was in die Quere kommt, auch die Menschen, denen sie bis dahin als zahm zugetan waren. Sie schützen ihr Revier und ihre Henne. Ein ganz normales Instinktverhalten also. Für manche Halter, besonders bei Wohnzimmerhaltung, aber sehr belastend. Nach der Brutigkeit kann dieses Verhalten wieder verschwinden und die Vögel sind zutraulich wie vormals.

Auch  Langflügelpapageien können während der Brutzeit ein gewisses Verteidigungsverhalten an den Tag legen. Man sollte während der Brutigkeit und Brutzeit umsichtig mit ihnen umgehen und sie nicht bedrängen.

Auch wenn das Aggressionspotential vieler Mohrenkopfpapageien ihren Menschen gegenüber meist nicht so riesig ist, ist gegenüber anderen Vögeln Vorsicht geboten. Das heißt, Mohrenkopfpapageien sollen möglichst nur paarweise pro Voliere gehalten werden. Eine Gruppenhaltung geschlechtsreifer Mopas ist nicht ganz einfach, genausowenig wie eine Vergesellschaftung mit anderen Papageien oder Sittichen. Wobei auch schon beobachtet worden ist, dass je unähnlicher die anderen Vögel sind, desto eher manchmal eine Gemeinschaftshaltung gelingt. Grundsätzlich ist beim Versuch einer Gemeinschaftshaltung viel Platz erforderlich. Und mit viel Platz meine ich viel Platz, also keine Zwei-Meter-Voliere, sondern z.B. eine Acht-Meter-(Außen-)Voliere. Außerdem ist es bei solchen Experimenten wichtig, dass man Möglichkeiten hat, die Vögel bei auftretender Unverträglichkeit zu trennen.

 

3 Gedanken zu „Aggressivität bei Mohrenkopfpapageien

  1. Silvia Weiß

    ich lese sehr oft Ihre artikel weil ich erst seit 2 jahren ein mopapärchen pflege. ich habe mir erst einen hahn von einer naturbrut (von einem Züchter mit papiere) und ca .4 monate später eine Henne von einem anderen züchter natürlich auch mit papiren( teilhandaufzucht).
    nun sind beide 2 jahre alt und ich liebe beide sehr, aber nun gibt es immer größere zankereinen,der hahn vertreibt ständig die henne beim fressen muß ich auch aufpassen das die henne ws abbekommt. beide leben in der warmen jahreszeit in einer großen außenvoliere. versuche mich immer gleichzeitig um beide zu kümmern was natürlich nicht immer klappt. im winter bewohnen die 2 ein vogelzimmer und sind fast immer mit uns zusammen. ich benötige bitte ihre erfahrung was ich falsch gemacht habe. habe beide erst mal getrennt weil der hahn die henne immer öfteres attakiert, man sieht ihr an das sie angst hat. können sie mir helfen, ich möchte mich eigentlich von keinen trennen wollen. DANKE
    mit freundlichen grüßen S. Weiß Ihre Seite war mir bis jetzt eine große Hilfe sehr informativ

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  2. Marion

    Hallo
    Wir haben einen Mohrenkopf Hahn, der sich regelrecht in meine Hand verbeißt. Nicht einfach nur zwickt, nein er kaut auf meinen Hand Knochen drauf rum bis ich blute. Er lässt auch nicht freiwillig los. Da nichts zu sagen fällt schon schwer. Was los mit ihm? Er ist zehn Jahre alt, war bis zu seinem neunten Lebensjahr bei der Tochter von meinem Mann und der Mama. Seit einem halben Jahr hat er eine helle. Sie verstehen sich gut kraulen und füttern sich. Aber dieses in die Hand verweisen hat er vorher schon gemacht. Irgendwelche Erziehungsmaßnahmen schlagen auch viel zum Beispiel in doll loben wenn er etwas richtig gemacht hat er ist einfach ein hoffnungsloser Fall.

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    1. Minzi

      Ich habe seit 5 Jahren einen mohrenkopf und seit 3 Jahren eine Henne dazu. Beide verstehen sich sehr gut. Am Anfang hatte ich mit dem Hahn auch Schwierigkeiten! Er biss ,wenn er auf meine Hand kam plötzlich heftigst zu . Ich habe ihn dann immer zunächst auf eine kuechenpapierrolle steigen lassen und dann auf die Hand genommen . Die erste Zeit biss er wie wild in die Rolle aber dann nicht mehr und jetzt beisst er auch schon lange nicht mehr in meine Hand ! Vielleicht haben sie auch Glück damit !! Die Hoffnung stirbt zuletzt !

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