Der Gang zum Tierarzt

Heute mal ein etwas unerquickliches Thema, aber auch darauf muss man vorbereitet sein. Kranke Tiere müssen zum Tierarzt, auch kranke Papageien!

Im Zusammenhang mit dem Tierarztbesuch könnten zwei Probleme auftauchen, nämlich:

Bei scheuen Tieren, wie fange ich sie am besten ein, um sie zum Tierarzt zu bringen oder Medikamente zu verabreichen.

Zweitens, zu welchem Tierarzt gehe ich. Denn viele Tierärzte haben von Vögeln wenig bis gar keine Ahnung. Es fängt schon damit an, dass sie sie nicht vernünftig in die Hand nehmen können (Fixiergriff), außerdem verfügen sie oft nicht über die notwendigen Kenntnisse und Gerätschaften für Untersuchungen, so können sie in vielen Fällen keinen Kropfabstrich vornehmen und dem Vogel keine Spritze geben. Meist wird nur eine Augenscheinuntersuchung vorgenommen und ein Vitaminpräparat verordnet. Sinnvoll und notwendig ist jedoch eine umfangreiche Untersuchung und Therapie. Es ist daher wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen, der eine Zusatzausbildung für Vögel absolviert hat, ein vogelkundiger Tierarzt. Im Internet gibt es Listen, die es erleichtern, einen solchen vogelkundigen Tierarzt in Wohnortnähe zu suchen. Auch wenn man etwas weiter fahren muss, es loht sich auf jeden Fall!

Nun aber zu Problem Nr. 1, wie bekomme ich den Vogel überhaupt zum Tierarzt, wenn er nicht zahm ist? Sinnvoll ist, wenn man seine Vögel bereits in „Friedenszeiten“ an eine Transportbox oder einen Transportkäfig gewöhnt hat, so hat man dann hoffentlich im Ernstfall keine Schwierigkeiten, die Tiere dort hineinzubekommen.Transportkäfig (im Hintergrund)

Bei scheuen Vögeln gelingt es sonst meist ganz gut, diese bei Dunkelheit zu greifen (am besten mit einem Handtuch oder Handschuh wegen eventueller Bisse). Verfolgungsjagden sollte man möglichst vermeiden. Wenn man mit einem Kescher umgehen kann, ist auch das oft eine kurze und schmerzlose Möglichkeit, zumindest bei kleineren Papageienvögeln bis Nymphensittichgröße.

Auch das Trinken aus einer Spritze, zur Erleichterung der Medikamentengabe, kann man üben, z.B. mit Clickertraining. Oder einfach, indem man kleine Leckerchen-Portionen (Orangensaft, Naturjoghurt) via Spritze verabreicht.

Hier ein Kurzvideo, Vroni hat durch Clickertraining gelernt, die Spitze der Spritze in den Schnabel zu nehmen:

Und, wie man auf dem nächsten Video sieht, Seppl kann es auch. Es war übrigens eine Sache von Minuten, dies den beiden beizubringen. Wenn das Prinzip des Clickertrainings erst mal verstanden ist, sind solche kleinen Dinge schnell gelernt.

Nochmal was zum Thema Tierarzt: Ein Tierarztbesuch kann unter Umständen richtig teuer werden. Es ist daher kein Fehler, jeden Monat einen kleinen Betrag zurückzulegen, um im Notfall das nötige Geld parat zu haben. Wer sich einen Tierarztbesuch gar nicht leisten kann, sollte davon absehen, Heimtiere zu halten. Es besteht nach dem Tierschutzgesetz die Verpflichtung, kranke Tiere behandeln zu lassen. Auch vom rechtlichen Aspekt abgesehen gebietet es natürlich die Tierliebe. Dies ist ein Punkt, den man unbedingt vor der Anschaffung eines Tieres bedenken sollte! An Tierarztkosten kann nicht gespart werden. Wenn das Tier krank ist, fallen sie an! Und dies gilt nicht nur für Papageien, sondern für den kleinsten Hamster, der für ein paar Euro im Zoohandel zu erwerben ist!

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