Papageien sind Gewohnheitstiere

Da meint man es gut und bringt vom Spaziergang einen wunderschönen Weidenast mit, in der Vorfreude, dass die Papageien diesen gleich mit Dankbarkeit zerschreddern werden. Was passiert statt dessen? Ängstlich ergreifen die Vögel die Flucht vor diesem ungewohnt langen Ast, der leider auch gar nicht an der Stelle anzubringen ist, an der sonst die Nageäste immer hängen. Hmmm… Kein Problem, Ast wird gekürzt, kommt an den gewohnten Platz, keine fünf Minuten später sind die beiden Vögel daran zugange. Hätte ich den Ast an dem unbekannten Platz gelassen, hätte ich ihn nach zwei Wochen vertrocknet entfernen dürfen.

Hilfe, ein neuer Ast!

Andere Geschichte: Badewasser. Mohrenkopfpapageien baden gerne. Angeblich. Also habe ich anfangs jeden Tag eine Schale mit wohltemperiertem Wasser in die Voliere gestellt. Wochenlang. Genutzt wurde das Wasser nicht. Zumindest nicht zum Baden. Ich möchte nicht ausschließen, dass sie vielleicht mal den einen oder anderen Schluck daraus getrunken haben. Aber gebadet definitiv nicht. Wahrscheinlich kennen sie das nicht, von den Vorbesitzern her.

Das Badewasser wurde verschmäht!

Das Gleiche mit fremdem Futter: Am besten ist, ich mische unbekannte Futterbestandteile entweder mit Bekanntem, und zwar möglichst zunächst in kleinen Bestandteilen, die dann mit der Zeit ein bisschen mehr werden dürfen. Oder, mein Trick, ich biete sie in einer speziellen Halterung an, in der sie Leckereien gewohnt sind zu bekommen. Es ist manchmal ein bisschen mühselig mit neuen Futterbestandteilen, aber im Gegensatz zum Baden habe ich damit nach einer gewissen Weile meist Erfolg. Wobei es immer noch Dinge gibt, die sie standhaft verweigern. Zum Beispiel Hagebutten und Granatapfel, beides Dinge, die bei Mohrenkopfpapageien eigentlich sehr beliebt sein sollen!

Was sagt uns das alles? Papageien sind wirklich ganz schlimme Gewohnheitstiere! Dies sollte man als Papageienhalter unbedingt wissen und berücksichtigen, um seine Schützlinge nicht zu überfordern! Veränderungen müssen also langsam und mit Bedacht eingeführt werden, sonst kann sein, man „versaut“ die Vögel für eine bestimmte Sache für immer!

Ganz besonders wichtig ist das in der Anfangszeit, wenn man die Vögel neu hat. Sie müssen unbedingt die Möglichkeit bekommen, sich langsam und vorsichtig im neuen Zuhause zurechtzufinden und einzugewöhnen. Und das ist keine Sache von Tagen, sondern zumindest von Wochen, wenn nicht Monaten!

2 Gedanken zu „Papageien sind Gewohnheitstiere

  1. Nine

    Oh ich liebe Papageiern,auch wenn ich selbst keine(n) habe. Ein Bekannter von uns hat einen und die Pflege und Haltung ist wirklich nicht ohne. Auch er hat seinen eigenen Dickkopf,nimmt nicht jedes Spielzeug an,frisst nur das was er will und macht einen mega Krach. Trotzdem sind es wahnsinnig tolle Tiere 🙂

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    1. papageien-blog Artikelautor

      Haha, ja, Dickkopf und Krach kenne ich! Aber ja, sie sind toll, und es macht Spaß, mit ihnen zusammen zu leben. Es sind halt echte Charaktertiere! 🙂

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