Das Papageien-Kauf-Buch

Ein Ratgeber aus Haltersicht, von Dagmar Recklies

Ein neues Buch für Papageienhalter ist auf dem Markt, oder besser gesagt, ein Buch für solche, die es werden wollen: Das Papageien-Kauf-Buch von Dagmar Recklies. Dagmar ist die Betreiberin des papageienblog, also unseres Partner-Blogs.

Dagmar_Recklies_kleinFoto: Dagmar Recklies, die Autorin des „Papageien-Kauf-Buchs“

Da bei ihr, ebenso wie bei mir, immer wieder viele Fragen zum Kauf von Papageien ankommen, und da von vielen Interessenten immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden, weil es noch keine kompakte Information zu dem Thema in Buchform gab und weil ihr das Wohl der Papageien einfach am Herzen liegt, hat sie dieses Buch geschrieben, welches momentan nur im E-Book-Format z. B. hier erhältlich ist.

Cover-Papageienkaufbuch-fertig-klein

Ich kann es jedem, der mit dem Gedanken spielt, sich Papageien anschaffen zu wollen, nur ans Herz legen. Hier gibt es z. B. Informationen zum Thema Kosten, Einzel- Paar- oder Schwarmhaltung, Vergesellschaftung, Verhaltensproblemen, Handaufzucht oder Naturbrut, Jung- oder Altvogel. Auch bekommt man Tipps dazu, ob man besser ein Tier vom Züchter oder ein Abgabetier anschaffen sollte, und, wenn man mit seinen Überlegungen noch nicht so weit ist, welcher Papageienvogel denn überhaupt zu einem passt. Auf gut Deutsch, alles, was im Vorfeld einer Anschaffung von Papageien bedacht werden sollte, wird in diesem Buch systematisch durchgearbeitet. Dabei wird auch auf die Gründe eingegangen, warum jemand Papageien anschaffen möchte. Sind die Vorstellungen realistisch? Oder wird es zu Enttäuschungen kommen, da Papageien den Vorstellungen nicht entsprechen werden? So kann das Lesen des Buches auch zu dem Ergebnis führen, dass Papageien vielleicht doch die falschen Haustiere sind, und es kann Tier und Mensch so viel Unglück erspart werden. Wer sich nach dem Lesen des Buches für den Kauf von Papageien entscheidet, wird sicherlich mit realistischen Vorstellungen in die Haltung einsteigen und kann den Vögeln von Anfang an besser gerecht werden.

 

Neues Buch für Wellensittichzüchter (und solche, die es werden wollen…)

Bereits seit Juli ist es erhältlich, endlich will ich es auch hier vorstellen:

Hobby Wellensittich-Zucht von Carola Knecht, erschienen im Verlag Oertel und Spörer:

005

„Warum ein Buch über die Zucht von Wellensittichen“, mag sich der Eine oder die Andere fragen. „Es gibt doch schon so viele Wellensittiche“.

Sicherlich, und darum wird dieses Thema in dem Buch auch angesprochen. Ist es sinnvoll, mit einer Wellensittichzucht zu beginnen? Was sind die Voraussetzungen? Wieviel Platz benötigt man? Was haben Wellensittiche überhaupt für Bedürfnisse? Was muss ich an Zeit und Geld investieren? Was kann es für Probleme geben?

Viele Wellensittich-Halter träumen davon, ihre Tiere doch „mal brüten zu lassen“. Obwohl Wellensittiche als einfach zu züchten gelten, kann dies auch seine Tücken haben.

Hier möchte das Buch zum Einen Entscheidungshilfe sein, ob eine Zucht im jeweiligen Einzelfall sinnvoll ist, zum Anderen möchte es Neuzüchtern eine Hilfe sein, die Tücken zu überwinden und eine tiergerechte Zucht sicherzustellen.

Daher ist das Buch so aufgebaut, dass es bei der artgerechten Haltung beginnt und von dort zur tiergerechten Zucht kommt. Hier ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis:

006Und noch ein zweiter Blick:

Hobby Wellensittich-Zucht InhaltDas Buch ist aus der Praxis für die Praxis geschrieben und enthält daher auch viele Fotos aus der Welli-Kinderstube:

009Gerade für Neuzüchter wichtig ist sicherlich die Tatsache, dass auch viele Komplikationen, die bei einer Zucht aufkommen können, beschrieben werden. Das mag für erfahrene Züchter, die diese Komplikationen bereits erfolgreich gemeistert haben, teilweise sicherlich nicht mehr so interessant sein.

Sehr praktisch finde ich allerdings die Tabellen zum Stichwort Vererbung, wo man z. B. auf einen Blick sehen kann, um was für ein Gelbgesicht es sich bei unseren Vögeln wohl handelt:

012Dies ist eventuell auch für erfahrenere Züchter interessant, wenn diese sich mit der Gelbgesicht-Thematik noch nicht intensiver auseinandergesetzt haben.

Was ist eigentlich ein Rainbow, was ist ein Fetherduster, was ein Allel? Was macht man bei Legenot, wann sollte man zum Tierarzt gehen, wann liegt eine Gefiederstörung vor? Was tun, wenn brütende Tiere zum Arzt müssen? Welche Futtermittel kann man in der Natur sammeln und was ist dabei zu beachten? Wie bereitet man Wellensittiche auf eine Brut vor? Was ist von einer Handaufzucht zu halten? Was kann hinter einer erhöhten Kükensterblichkeit stecken? Wie wird der Wellensittich-Nachwuchs besonders zahm? Welche Nistkästen sind geeignet und warum?

Diese und viele weitere Fragen werden in dem Buch beantwortet. Auch wer nach der Lektüre des Buchs zu der Entscheidung kommt, dass eine Zucht für ihn nix ist, wird sicherlich einen Nutzen aus dem Buch gezogen haben. So gibt es auch ein Kapitel zur „Empfängnisverhütung“ bei brutlustigen Tieren, was in vielen Haltungen ein Problem ist (zumindest wurde ich über meine Internetseite schon sehr oft zu diesem Thema befragt).

010

Über Meinungen zu dem Buch würde ich mich sehr freuen! Bitte nutzt einfach die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular!

 

Bambus für Papageien

Papageien und Sittiche lieben es, Zweige zu zerschreddern. Begehrt sind hier auch frische Bambus-Zweige.

Schon vor längerer Zeit habe ich in meinem Garten einen Bambus eingepflanzt, in der Hoffnung, für meine Vögel Bambuszweige ernten zu können. Es gibt ja schnell wachsende Bambussorten, die im Nu groß sind und tolle Möglichkeiten bieten, frische Zweige zu ernten. Hier wurde ich jedoch gewarnt, da diese schnell wachsenden Bambussorten auch wahnsinnig stark wuchern, was ich mir und meinen Nachbarn nicht antun wollte. Man sollte die schnell wachsenden wuchernden Bambussorten nie ohne Rhizomsperre einpflanzen, damit sie nicht außer Kontrolle geraten!

Ich hatte mich jedoch für eine andere Lösung entschieden, nämlich zum Pflanzen einer nicht-wuchernden Bambusart. Und ich muss sagen: Sie wuchert tatsächlich nicht!

Der Nachteil ist allerdings: Sie wächst auch nicht! Die Pflanze sieht heute noch genau so aus wie vor zwei Jahren, als sich sie eingesetzt habe! An ein Ernten von Zweigen ist daher noch nicht zu denken!

Bambus4Foto: Nicht-wuchernde Bambuspflanze, langsam wachsend…

Nun wurde mir vor kurzem ein großer Blumentopf mit echtem, schnell wachsendem Bambus geschenkt:

Bambus3Ob die Pflanze tatsächlich so schnell wachsend ist, wird sich erst noch herausstellen müssen, auf jeden Fall aber war sie schon so buschig, dass das Herausschneiden von einzelnen Zweigen nicht groß aufgefallen ist.

Bambus1Foto: Bambuszweig

Nun kann ich meine Papageien und Sittiche mit frischem Bambus erfreuen! Das bringt Abwechslung nicht nur auf den Speisezettel, sondern auch was die Beschäftigung angeht!

Wobei auf dem folgenden Foto die Sperlingspapageien den neuen Ast noch sehr vorsichtig beäugen:

Bambus2Ich bin aber sicher, dass sie inzwischen schon am Benagen sein werden und bis morgen nicht mehr viel vom Bambuszweig übrig geblieben sein wird!

Wer die Möglichkeit hat, seinen Papageien oder Sittichen frische, ungespritzte Bambusäste anbieten zu können, sollte diesen den Spaß wirklich gönnen!

Was ich allerdings meinen Vögeln nicht anbiete, ist der sogenannte „Glücksbambus“, wie er manchmal in diversen Einrichtungshäusern oder Deko-Abteilungen verkauft wird. Zum Einen sind die Berichte darüber, ob dieser tatsächlich ungiftig ist oder nicht, etwas widersprüchlich. Zum Anderen ist mir unklar, ob dieser nicht doch irgendwie behandelt wurde. Also lieber zum schnell oder langsam wachsenden Bambus aus dem eigenen Garten greifen!

Verspielte Papageien

Immer wieder werde ich angefragt, welche Papageienart denn besonders verspielt ist.

Papageien bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben, ist immer ein bisschen gefährlich, da jedes einzelne Tier seinen eigenen Charakter hat. Da kann auch mal ein Tier einer als besonders ruhig bekannten Art sehr verspielt sein, oder umgekehrt.

Dennoch gibt es Papageienarten, die besonders neugierig, unerschrocken und experimentierbereit sind. Als Extrembeispiel hierfür möchte ich den Kea nennen, der für eine Wohnungshaltung aber überhaupt nicht geeignet ist, da seine Experimentierfreude so weit geht, dass er euch in Minutenschnelle ihre Polstermöbel auseinandernimmt, wie sich im folgenden Video schon ein bisschen andeutet:

Video: Kea (Zoolog.-Botanischer Garten Wilhelma, Stuttgart)

Ebenfalls als wahnsinnig verspielt sind Goldsittiche (guaruba guarouba). Hier sollte man aber tolerante bis gar keine Nachbarn haben, denn Goldsittiche sind extrem laut. Außerdem wollen sie viel fliegen und haben daher ein großes Platzbedürfnis, mehr als mancher größere Papagei (z. B. Amazone). Auch sie können aufgrund ihrer Verspieltheit schnell mal etwas kaputt machen.

Goldsittiche beim Spielen (Dank an „Rügengeier“)

Richtig verspielt und lustig, da sehr neugierig und wagemutig, sind auch Weißbauchpapageien (Grünzügelpapageien und Rostkappenpapageien). Diese werden aufgrund dieser Eigenschaften oft auch schnell zahm, da sie wenig Angst kennen und alles erkunden wollen.

Auch diese Papageien sind allerdings nicht ganz leise und auch nicht besonders zimperlich im Umgang miteinander und oft auch im Umgang mit ihren Menschen. Da muss man, auch bei zahmen Papageien, schon mal einen Biss abkönnen!

Man kann sie, wie man auf dem folgenden Video sieht, mit einfachsten Mitteln lange beschäftigen:

Video: Weißbauchpapageien beim Spielen (Dank an Hicham Omeirat)

Gebt mal „Rostkappenpapageien“ oder „Grünzügelpapageien“ bei youtube ein, da findet ihr noch jede Menge so ähmlicher Videos, mit spielenden und streitenden Weißbauchpapageien! Das sind echte Draufgänger, mit denen man viel Spaß haben kann, alleine schon beim Beobachten (wenn man wertvolle Gegenstände in Sicherheit gebracht hat!).

Wer keine Möglichkeit hat, so laute Papageien zu halten, kann auch mit den neugierigen und verspielten Wellensittichen viel Freude haben:

Besonders, wenn man sie jung an den Menschen gewöhnt, wie bei dem Vogel auf den Video geschehen, kennen sie wenig Scheu. Verspielt und neugierig sind sie sowieso, vor allem, wenn sie im Kleinschwarm von mindestens vier Tieren gehalten werden.

Auch die kleinen Sperlingspapageien sind recht verspielte Tiere. Hier sind vor allem die Blaugenick-Sperlingspapageien sowie die Gelbmasken-Sperlingspapageien zu nennen. Augenring-Sperlingspapageien sind etwas ruhiger.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass bei einer optimalen Haltung mit viel Platz, Artgenossen, möglichst auch frischer Luft und Sonne, einer hochwertigen Ernährung und artgerechtem Beschäftigungsmaterial alle Papageien ihrer Art entsprechend lebhaft und agil sein werden. Auch wenn manche Arten oder auch manche Einzelexemplare etwas vorsichtiger und zurückhaltender sind und vielleicht etwas länger brauchen, um ein neues Spielzeug zu erkunden. Papageien und Sittiche brauchen Beschäftigung!

Vorschläge für artgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten findet ihr hier: Beschäftigung für Papageien und Sittiche. Als einfachste, artgerechte und beliebte Möglichkeit möchte ich nochmals die belaubten Zweige nennen (z. B. Obstgehölze, Haselnuss, Pappel). Es sollte kein Papageienvogel in Menschenhand mehr geben, der nicht regelmäßig frische Zweige zur Beschäftigung angeboten bekommt! Wenn wir heute bei dem schönen Wetter draußen unterwegs sind, können wir unseren Piepmätzen bestimmt etwas Schönes mitbringen!

Aggressivität bei Sperlingspapageien

Sind Sperlingspapageien besonders aggressiv? Es gibt Berichte im Internet, die dies vermuten lassen.

Fakt ist: Sperlingspapageien sind echte Papageien und zeigen von daher ein echt „papagei-isches“ Verhalten. Hierzu gehört auch ein gewisses Aggressionspotential. Tatsächlich sind jedoch viele andere Papageienarten wesentlich aggressiver als Sperlis. Hier gibt es meinen Artikel über die Aggressivität von Mohrenkopfpapageien. Wer mal gucken will, wie bei Weißbauchpapageien, also bei Rostkappen oder Grünzügel nur alleine das Spielen aussieht:

(Dank an bmwgirl100 – youtube.de)

Da kann man sich dann schon vorstellen, wie es zur Sache geht, wenn es ernst wird!

Gerade Weißbauchpapageien, und in noch höherem Maß Amazonen, zeigen zuweilen auch ein nicht unerhebliches Maß an Aggressionen ihren Menschen gegenüber. Da kann man sich leicht mal einen bösen Biss fangen, und weiß dann wieder: Papageien sind Wildtiere!

Sehr viele Papageienarten kann man aufgrund ihres Aggressionspotentials in Volieren nur paarweise halten. Bei Mohrenkopfpapageien sind mir mehrere Fälle bekannt, wo der Versuch einer Schwarmhaltung böse schief gegangen ist und mit toten Tieren geendet hat.

AngriffFoto: Drohgebärde bei Augenring-Sperlingspapagei (Hahn)

Sperlingspapageien jedoch werden relativ häufig auch im Schwarm gehalten. Haben sie also doch ein geringeres Aggressionspotential als größere Papageien? Ich vermute, die Tatsache, dass man Sperlingspapageien auch ganz gut im Schwarm halten kann, kommt daher, dass sie einfach kleiner sind als viele andere Papageien und sie daher leicht in wesentlich größeren Volieren gehalten werden können. In einer Käfighaltung, auch in größeren Käfigen bis 1,60 m Breite, wird eine Schwarmhaltung in den meisten Fällen scheitern.

Als am friedlichsten bekannt sind die Augenring-Sperlingspapageien, die man in vielen Fällen außerhalb der Brutzeit auch mit anderen friedlichen Vögeln vergesellschaften kann.

1501311Foto: Bourkesittiche mit Augenring-Sperlingspapagei

Als aggressiver hingegen gelten die häufig gehaltenen Blaugenick-Sperlingspapageien. Aber auch für diese gilt das oben geschriebene: Sie sind keinesfalls aggressiver als viele andere Papageienarten und lassen sich bei ausreichender Volierengröße außerhalb der Brutzeit normalerweise zumindest im arteigenen Schwarm halten.

358500_web_R_K_by_Sabine Geißler_pixelio.deFoto: Blaugenick-Sperlingspapageien erkennt man am blauen Nacken (Dank an Sabine Geißler, pixelio.de)

Tunlichst vermeiden sollte man das Anbieten von Nistgelegenheiten, da dann die Hähne wirklich höchst aggressiv zu kämpfen beginnen können. Auch bei der Zucht in Zuchtboxen muss man genau beobachten, wann der Zeitpunkt gekommen ist, die Jungtiere von den Eltern zu entfernen, da die Elterntiere, besonders die Hähne, plötzlich anfangen können, die Jungen zu attackieren. Auch abgeraten wird von einer Haltung von lediglich zwei Paaren. Ab der Kleinschwarm-Größe von drei Paaren scheint sich die Situation wesentlich zu entspannen. Also entweder nur ein Paar oder mindestens drei!

In einer großen Voliere ( ab 2 bis 2,5 m Breite für einen Kleinschwarm von drei Paaren) oder einem Vogelzimmer werden die Papageien in den allermeisten Fällen gut miteinander auskommen. Sollte dies in Einzelfällen nicht so sein, ist eine Trennung, entweder nach Paaren oder nach Geschlechtern, anzuraten.

Eine Vergesellschaftung (Einfügen von fremden Tieren in den Schwarm) solle immer vorsichtig vonstatten gehen, so dass sich die Tiere langsam und aus der Ferne aneinander gewöhnen können.

Mein Fazit:

Sperlingspapageien, auch Blaunacken, gehören zu den mit am leichtesten zu haltenden Papageien. Dies vor allem aufgrund ihrer geringen Größe. Man kann ihrem Bewegungsbedürfnis am ehesten gerecht werden. Je größer die Haltungseinrichtung, desto geringer die Gefahr von Aggressionen gegeneinander.  Dennoch sind es echte Papageien mit entsprechend papageientypischem Verhalten. Man muss von daher seinen Schwarm immer im Auge behalten und eventuelle Neuvergesellschaftungen langsam angehen. Dann steht einer friedlichen Sperli-Haltung nichts im Wege.

KleinschwarmFoto: Friedliches Zusammenleben bei Sperlingspapageien braucht Platz!

Ei, ei, was ist denn das für ein Ei?

Was könnte denn das für ein Ei sein?

1505231Ist ja ganz schön groß! Größer auf jeden Fall als ein Hühnerei!

Vielleicht ein Papageienei? Von einem großen Papagei? Von einem Ara möglicherweise?

Sicher nicht!

Warum kann man da ganz sicher sein?

Papageien sind Höhlenbrüter. Dieses Ei stammt nicht von einem Höhlenbrüter. Warum nicht?

Die Eier von Papageienvögeln sind rein weiß. Sie haben es nicht nötig, sich durch kleine Pünktchen oder andere Muster zu tarnen. In der Höhle käme eine solche Färbung gar nicht zur Geltung. Bei Vögeln, die Nester bauen, vielleicht sogar bei Laufvögeln, die ihre Nester auf der Erde bauen, macht eine solche Musterung hingegen richtig Sinn, damit die Eier den Fressfeinden nicht gleich auffallen.

Auch die Form des Eies spricht gegen ein Papageienei. Papageieneier sind eher rund. Dadurch, dass sie in einer engen Höhle liegen, besteht keine Gefahr, dass sie wegrollen. Solche länglichen, „eiförmigen“ Eier wie das abgebildete hingegen rollen nicht so gut, und eher wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen: Es handelt sich um ein Putenei!

Hier sehen wir es im Vergleich zu einem normal großen Hühnerei und dem Ei eines Sperlingspapageis:

1505232Schon enorm, der Unterschied, gell?

Puteneier kann man bei uns in der Nähe bei einem Landwirt kaufen. Sie schmecken etwas milder als Hühnereier, und die Spiegeleier werden ein bisschen größer… Die Eihaut ist allerdings recht zäh, so dass man sich etwas anstrengen muss, um ein schönes Spiegelei hinzubekommen.

In der Natur macht auch die zähe Eihaut Sinn, da sie zu einer größeren Stabilität des Eies beiträgt.

Wer die Möglichkeit hat, an Puteneier zu kommen, sollte sie ruhig einmal ausprobieren, sie schmecken wirklich lecker und enthalten viele Vitamine, vor allem Vitamin A und B. Bitte darauf achten, wie immer beim Eierkauf, dass die Tiere artgerecht gehalten werden!

153282Foto: Die kleinen Sperlingspapageien legen kleine, rundliche, weiße Eier

Frisches Grün in der Voliere

Nachdem nun die Pflanzen in der Natur wieder sprießen, war es Zeit, die Papageien an diesem Grün teilhaben zu lassen! So wurden bei mir heute ein paar riesige belaubte Zweige in die Volieren eingebracht:

155082Da sieht es doch gleich viel frischer aus, mit all diesem saftigen Grün! Die Papageien allerdings gucken noch ein bisschen skeptisch:

155084Foto: Sperlingspapageien wundern sich

Hilfe, was ist denn das! So ein riesiges grünes Ungetüm! Aber es wird nicht lange dauern, und sie werden Gefallen daran finden, zum Klettern, Nagen und Schaukeln.

Also meine Anregung an alle Papageien- und Sittichbesitzer: Raus in die Natur und ein paar belaubte Äste sammeln für eure Lieblinge! Obstbäume, Haselnuss oder Pappeln sind bestens geeignet und die Vögel werden sich über die Abwechslung freuen!

Haselast2Foto: Mohrenkopfpapagei freut sich über einen Haselast

Die Äste sollten ungespritzt und nicht mit Vogelkot von Wildvögeln verschmutzt sein. Dann steht dem Knabbervergnügen nichts entgegen!

Und nicht nur große Papageien haben daran Spaß, auch z. B. Wellensittichen macht man mit frischen, belaubten Zweigen eine große Freude!

IMG_2312Fotos: Wellensittiche turnen an einem Haselast

 Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis alle Blätter abgerissen wurden!

Papageienklau geht um

Auf facebook wurde man vorgestern gebeten, die Nachricht bekannt zu machen, dass in der Nähe von Aschaffenburg 40 Agaporniden aus einer Innenvoliere gestohlen wurden:

Der Diebstahl passierte in der Nacht vom 08. auf den 09. April, wobei die Diebe drei Tiere zurück ließen, warum auch immer. Alle weiteren Vögel, 40 an der Zahl, wurden mitgenommen.

Der Bestohlene bittet darum, Augen und Ohren offen zu halten, ob irgendwo vielleicht plötzlich eine große Anzahl Agaporniden auftauchen. Wem etwas auffällt, bitte melden! Diese Vögel sind ja nun auch nicht so ganz leise! Es wäre super, wenn man die Diebe dingfest machen könnte und vielleicht sogar die Vögel wieder zurück kämen!

Leider scheint die Sache mit dem Vogeldiebstahl nicht ganz so selten zu sein. Schon öfter habe ich von Fällen gehört, wo Vögel, allerdings aus Außenvolieren, gestohlen, oder, noch blöder, von vermeindlichen Tierfreunden einfach freigelassen wurden. Viele Vogelhalter sind deshalb schon dazu übergegangen, Außenvolieren entsprechend mit Schlössern zu sichern. Dies ist leider offenbar wirklich nötig! Manche Züchter sind mit Werbung im Internet sehr zurückhaltend geworden, um keine Diebe auf ihre Zucht aufmerksam zu machen. Ich finde das sehr traurig!

In diesem Fall wurden die Vögel aus einer Innenvoliere gestohlen, was den Fall besonders dreist macht. Da man 40 Agaporniden nicht mal eben in die Tasche steckt, war es offensichtlich eine gut vorbereitete Tat. Ich drücke die Daumen, dass diese Idioten geschnappt werden und der rechtmäßige Eigentümer seine kleinen Papageien zurück erhält! Abgesehen vom finanziellen Verlust, ist es auch belastend, wenn man so gar nicht weiß, was aus seinen Tieren geworden ist!

Buch: Agaporniden

Den Agaporniden, oder Unzertrennlichen, oder Liebesvögel, wie sie auch oft genannt werden, wurde hier auf dem Papageien-Blog noch nicht allzuviel Aufmerksamkeit zuteil.

Das möchte ich ändern durch die Vorstellung eines wunderbaren Buchs über diese Papageienvögel. Das Buch „Agaporniden“ aus dem Verlag Oertel und Spörer, der auch viele andere hochwertige Tierbücher herausgebracht hat, trägt den Untertitel: „Haltung, Zucht und Artenschutz“ und informiert umfassend über diese geselligen, farbenfrohen Papageien.

Autor ist Jörg Asmus, der dem Einen oder Anderen sicherlich schon von anderen Publikationen ein Begriff ist. Jörg Asmus hält und züchtet bereits seit über 35 Jahren Papageienvögel. Da er sieben der neun verschiedenen Agapornidenarten schon selbst gehalten hat, kann man ihn sicherlich als Fachmann für diese Vögel bezeichnen. Das vorliegende Buch ist von 2013, also recht aktuell, und gibt einen sehr tiefen Einblick ins Thema.

1532719Foto: Buch „Agaporniden“

So werden alle neun Agaporniden-Arten ausführlich porträtiert, durch „Beschreibung“, „Systematik“, „Verbreitung und Freileben“, „Status und Bedrohung im Freiland“, „Status in Menschenobhut“, und zumeist auch „erste Haltungserfahrungen und bisherige Bruterfolge“ sowie „Haltungserfahrungen des Verfassers“. Diese Artenvorstellung macht den größten Teil des ca. 200 Seiten starken Buchs aus. Die ersten 80 Seiten sind allgemeiner Natur und beschäftigen sich mit dem natürlichen Lebensraum der Agaporniden, speziellen Haltungs- und Zuchtfragen (z. B. Mutationszucht, Mischlingszucht) sowie mit der artgerechten Haltung und Zucht. Hier werden auch so spannende Themen wie „Soziale Strukturen während der Fortpflanzungsperiode“ und „Sozialisation“ nicht ausgespart.

1532711Foto: Innenansicht des Buchs „Agaporniden“

Natürlich kommen auch allgemeine Haltungshinweise wie ein ausführliches Kapitel über die artgerechte Ernährung dieser Vögel und der Unterbringung nicht zu kurz.

Wer Agaporniden mag, sie hält oder züchtet, oder vorhat, dies zu tun, wird sicherlich großen Gewinn aus der Lektüre dieses Buchs ziehen. Schon allein auch wegen der herrlichen Fotografien!

Gendersensible Sprache

Nachdem es in der Straßenverkehrsordnung nicht mehr „Fahrradfahrer“ und „Fußgänger“ heißt, sondern geschlechtsneutral „Fahrrad Fahrende“ und „zu Fuß Gehende“, und zukünftig auch nicht mehr von „Mannschaften“ die Rede sein soll, ist nun auch der Papagei in die Kritik der geschlechts-sensiblen Spachexperten gerückt.

Dabei wurde folgendes beschlossen: Weibliche Papageien dürfen künftig nur noch als „Mamagei“ bezeichnet werden. Spricht man von mehreren Tieren, so sage man: „Elterngei“. Steht das Geschlecht noch nicht fest, redet man bei jungen Tieren vom „Kindgei“, bei erwachsenen Vögeln wahlweise auch vom „Gei unbekannten Geschlechts“. Es ist jedenfalls nicht mehr zulässig, die männliche Form bevorzugt zu verwenden und damit die weiblichen Vögel zu diskriminieren.

Diese Regelung der geschlechtergerechten Sprache tritt ab heute in Kraft (der wievielte ist nochmal?). Bei Zuwiderhandlungen ist mit einen Bußgeld von bis zu 4.000 Euro zu rechnen. Also bitte drandenken!

Augenring ganzer Vogel

Foto: Mohrenkopf-Mamagei

(Wer es bis hierhin noch nicht gemerkt haben sollte: Dies war der Beitrag zum 1. April…)